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Zu Gast in der geheimen Schnatterei! Das Buch. Neu!

Ich bin wieder sozial-kompatibler. Ganz ehrlich. Das Kochbuch hatte in meinem Leben einen so großen Stellenwert den ganzen  Sommer lang, dass ich nicht mehr sozial-kompatibel war. Mitte Oktober haben wir unser Werk vollendet und die Arbeit der Druckerei überlassen. Plötzliche Leere und Unverplantheit, ja fast Verlorenheit hat sich dann plötzlich breit gemacht. Wissend aber, dass die   P a r t y   kommen wird und damit auch ein anderer Aspekt des Kochbuches.

Letzte Woche wurde das Kochbuch geliefert. Glücklich, unser Werk endlich in den Händen zu haben und gleichzeitig total ängstlich, dass ich Tippfehler im Buch entdecke. Unentspannt habe ich das Buch durchgeblättert und natürlich… sofort einen Fehler gefunden. (Ja, der Teufel schläft nicht.) Daher habe ich dann versucht, nur noch die Bilder durchzusehen und das Buch für zwei Tage weg gelegt.

Und jetzt: Happiness! Ja, das Buch ist wirklich ganz wunderbar geworden und wir haben in der intensiven Zeit ein tolles Projekt realisiert. Wir sind stolz darauf! Danke an alle Mitwirkende!

Insgesamt haben mehr als 50 Qualitätsköche die Rezepte nachgekocht, 17 Gastgeber ihre Wohnungen zur Verfügung gestellt und an die 40 Gäste das Essen verkostet. Pro Kochabend wurden mehr als 1.000 Fotos geschossen, die für das Buch auf knapp 700 Fotos reduziert wurden.

Vergangen Mittwoch wurde bei einer Vor-Buchpräsentation das Buch den Gastgebern, Qualitätsköchen und Projektpartnern präsentiert. Meine Familie ist dazu aus dem Mühlviertel mit Weideschweinspeck, frischem Bauernbrot und Bio-Most angereist und hat uns einen schönen Abend beschert. Danke! Auch an meine Weinsponsoren!

Family & Friends

Ich habe im Vorfeld dazu bereits einen Hühnerleberaufstrich zubereitet, der insbesondere Francesco’s Herz immer höher schlagen lässt. Es ist ein wirklich herrlicher Aufstrich, den man am besten 3-7 Tage stehen lässt, damit sich das Rosmarin-Aroma so richtig gut ausbreiten kann. Ich weiß, Leber polarisiert, aber dieser Aufstrich hat schon so manchen Leber-Verweigerer oder –in bekehrt.

Zutaten für 8 Portionen

300 g Butter
450 g Hühnerleber
4 Zweige Rosmarin
2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
200 ml Weinbrand
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl

  1. Zum Versiegeln des Aufstriches 150 g Butter in einem Gefäß bei 110° im Backofen erwärmen. Dadurch setzen sich die Milchrückstände vom Wasser ab. Durch ein mit Küchenrolle ausgelegtes Sieb in ein anderes Gefäß gießen und warm halten.
  2. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. In einer Pfanne mit 3 EL Olivenöl glasig bei kleiner Temperatur anbraten. Auf einen Teller zwischenlagern.
  3. Hühnerleber waschen, abtrocknen und vom Fett befreien.
  4. Rosmarinnadeln fein hacken.
  5. 2 EL Olivenöl in die Pfanne geben und die Hühnerleber mit dem Rosmarin anbraten, bis die Leber im Kern noch etwas rosa bzw. noch nicht ganz durch ist.
  6. Mit Weinbrand ablöschen und noch 1 Minute mitköcheln lassen.
  7. Die Hühnerleber mit Zwiebel und Knoblauch in eine Schüssel geben und mit einem Pürierstab fein pürieren. 150 g Butter untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  8. In saubere Einmachgläser füllen und mit geschmolzener Butter versiegeln.
  9. Am besten auf Schwarzbrot – auch gegrillt – servieren.

 

PS: Nächste Woche geht es weiter mit den Buchpräsentationen! Infos dazu auf http://www.geheimeschnatterei.at

Fotos: Jürgen Pletterbauer

Laschi subsumiert: Wein- und Sportreisen sind Männersache.

Waren Laschi und ich im Sommer noch überrascht über den geringen Frauenanteil im Radtourismus, ist uns dieses Wochenende in Gols beim Martiniloben schnell klar geworden: auch Weinverkosten ist Männersache! Wie komisch ist denn das bitte, denken wir uns. Mit Männern gefüllte Kleinbusse aus ganz Österreich versammeln sich hier über das Wochenende.

Je später die Stunde, desto gefährlicher aber das Weinverkosten für uns Exotinnen. Daher müssen wir Augenkontakt meiden und alkoholisiert-charmante Kontaktaufnahme großzügig überhören. Also nicht, dass wir so toll oder nicht offen und lustig wären, aber die rot eingefärbten Zähne und die dicken mit Grammelbogatscherln gefüllten Bäuche erscheinen uns zu gefährlich. Wir haben noch zu wenig verkostet, denken wir uns, um großzügig und gelassen bei derartigen Kontaktaufnahmen zu sein.

Daher kehren wir zu späterer Stunde lieber in unseren sicheren Hafen bei Michaela und Gerhard Lunzer (Untere Hauptstraße 98, 7122 Gols) zurück. Da die Lunzer’s nicht mehr im Golser Bermudadreieck liegen, schaffen es nur ausgewählte Weinverkoster bis dorthin. Der diesjährige gelbe Muskateller ist mein Favorit und neben dem tollen Heideboden verspricht die Fassprobe des Merlots 2012 schon jetzt viel.

Romana Widder-Lunzer bietet auch feine Keramik an, die sie wieder am WUK Weihnachtsmarkt „Lights“ vom 7.-9.12.2012 ausstellen wird. Mein Tipp: unbedingt zum Lights Weihnachtsmarkt schauen, wenn ihr hübsche Kleinigkeiten und Geschenke in gemütlicher Atmosphäre sucht. Es wird auch gute Eintöpfe, Kuchen und Lunzer Wein zu trinken geben.

Mama sagt: „Deees ist dem Papa seine Aufgabe!“

Allerheiligen, oh Allerheiligen! In meiner Familie ist dieser katholische Feiertag immer schon ein Familientag gewesen. In der Kindheit von uns geliebt, weil wir ja getauft sind und daher auch von der Goli (= Taufpatin) mit Süßem und nützlichen Dingen beschenkt wurden. Außerdem ein wichtiger Saisonauftakt für die Herbst- und Wintermode, wo sich der Weg auf den Friedhof doch als idealer Laufsteg anbietet. Herrlich das Stehen, Betrachten und Flüstern an den Gräbern, wer wie, mit wem, doch sehr gealtert oder sehr schmal/dick geworden, gut oder schlecht gekleidet ans Grab kommt. Mein Tipp daher: am besten frühzeitig die Andacht verlassen oder völlig spritzen, um rechtzeitig zu Beginn des Defilees bereits am Grab Position bezogen zu haben.

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Barrierefrei in den Winter!


Seit Monaten war mein Leben jetzt auf das Kochbuch ausgerichtet und meine Wohnung nicht barrierefrei – so meint jedenfalls Jürgen, als wir nach einem Ort für ein Treffen suchen. Als ich meine Wohnung vorschlage: Nein, meint er, das geht nicht, die ist ja nicht mehr barrierefrei!

Okay, ich habe mich daran gewöhnt und die meiste Zeit ohnehin auf der Couch tippend verbracht. Wer braucht da noch viel Bewegungsraum?

Aber Jürgen hat ja Recht, weil Unmengen an Lebensmitteln, Getränken und Requisiten für das Kochbuch in meiner Wohnung das Öffnen der Türen erschwert und die Fluchtwege tatsächlich verstellt haben. Jürgen, der Fotograf, der auch gleichzeitig meine Requisiten und alle anderen Kisten immer mit mir geschleppt hat und für den ich die Wohnungstür an die Wand pressen musste, damit er wirklich mit der Kiste durch die Tür kommt. Ja, da habe ich dann selber lachen müssen.

Aber man gewöhnt sich an Alles! Augen zu, Augen auf… und man hat sich daran gewöhnt!

Unser Kochbuchbaby ist aber letzten Freitag schon gedruckt worden und nun habe ich keine Ausrede mehr für nicht-barrierefreies Wohnen. Daher habe ich damit begonnen, meinen Kühlschrank von Lebensmitteln zu befreien – sozusagen innere Säuberung zuerst – und habe gleich mal folgenden

Apfel-Haselnusskuchen

gebacken. Ein süßer Grenadiermarsch quasi, von dem ich dann schlussendlich viel zu viel gegessen habe. Ich meine: Suchtgefahr für jene, die gerne unsüße Kuchen mögen.

Zutaten für 1 Backblech
5 Eier
1 Becher Frischkäse
1 Becher Joghurt
100 g Butter
4 große Äpfel säuerlich
80 g Kristallzucker
100-150 g geriebene Haselnüsse
400 g Mehl glatt
1 Pkg. Backpulver
Salz

Zubereitung

  1. Backofen auf 180° vorheizen.
  2. Äpfel schälen und 3 davon Sechsteln und in kleine Stücke schneiden. Den vierten Apfel grob reiben.
  3. Eier trennen und Eiklar mit einer Prise Salz steif schlagen.
  4. Eidotter mit Zucker und lauwarmer Butter cremig schlagen. Frischkäse und Joghurt dazu mischen.
  5. Mehl mit Backpulver und Haselnüssen vermengen.
  6. In die Eidottermasse mit Äpfel, Eiklar und Mehl untermengen.
  7. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech die Kuchenmasse streichen und für circa 30-40 Minuten backen.
  8. Mit Staubzucker bestreuen und große Stücke abschneiden.

Lasst die Sau raus!

Das denk ich mir manchmal, dass ich die Sau raus lassen sollte, aber noch viel öfters bei Anderen. Und am Öftesten denke ich mir das natürlich im wirklichen Sinn: Lasst die Schweine raus! Schluss mit Massentierhaltung und tier- und menschenunwürdigen Zuchtbetrieben! Respekt und Achtung vor der Natur!

Am Wochenende habe ich den Fleischhauer meines Vertrauens in Tragwein besucht – Christian. Gemeinsam haben wir uns durch seine großartigen Produkte vom Weideschwein durchgekostet: Schinken, Prosciutto, Salami, Bratfett, Stelzenschinken und natürlich SPECK. Sprachlos macht einem dieser hauchdünn geschnittene Speck. Als Speckexpertin traue ich mich daher zu behaupten: der beste Speck von Tragwein bis nach Texas.

Christan meinte, ich hätte seine 3-Monatsproduktion aufgegessen, aber nein, so maßlos war ich dann doch nicht. 😉 Satt war ich, soviel schon.

Gemeinsam haben wir Prosciutto eingesalzen, die Selchkammer inspiziert und dann, als wir in der Speckkammer gestanden sind, habe ich mich wirklich gefühlt wie die Made im Speck. Herrlich! Von jeder Wurst hätte ich am liebsten abgebissen.

Speckkammer

Am Sonntagvormittag haben wir dann gemeinsam Gerold in St. Marienkirchen besucht und beim netten, gemeinsamen Frühstück weiter Speck vom Weideschwein gegessen und uns über respektvolle Tierhaltung und die problematische und bedenkliche Situation von Großbetrieben unterhalten. Das klingt vielleicht städtisch-degeneriert, aber gemeinsam auf der Heide, umringt von glücklichen Schweinen zu stehen, war ein wunderbares Gefühl. Schön zu sehen, wie sich die Schweine freuen, wenn Gerold kommt und wie zutraulich und entspannt sie sind. Kein Gestank, nur glückliche Schweine in einer wunderbaren Landschaft.

christian und bianca mit gerold

Nach diesem Besuch bin ich eine Weideschwein-Anhängerin. Wenn ihr Glück habt, dann nehme ich euch mal Christians‘ Weideschweinspeck zum Verkosten mit oder ihr schaut selber bei Christian vorbei!

Achtung, nicht rein schauen, wenn ihr hungrig seid:

www.weideschwein.at

Schmatz!  Und Danke an Christian und Gerold!

Fotos: Jürgen Pletterbauer

Jürgen sagt, seitdem er so viel fotografiert…

Jürgen sagt, seitdem er so viel fotografiert, macht er keine Schnappschüsse mehr. Das ist natürlich schade, denn Jürgen ist ein super Fotograf und wir arbeiten seit Wochen gemeinsam am Kochbuch „Zu Gast in der geheimen Schnatterei – kulinarische Erzählungen in 12 Menüs“. Das „härteste“ Wochenende mit drei Kochtagen am Stück hatten wir schon letztes Wochenende.

Ja, und wie Jürgen das so sagt, realisiere ich, seitdem ich am Kochbuch arbeite, koche ich nicht mehr für mich. Derzeit ernähre ich mich hauptsächlich von Müsli, Schokolade und Käsebroten- viel Käse habe ich aus Frankreich mitgebracht, der nun auch gegessen werden muss.

Und wie ich das so zu Jürgen gesagt habe, habe ich mir gedacht: „Na, das kann es ja dann wohl auch nicht sein.“ und habe mich diese Woche bemüht und gleich drei Mal etwas für mich gekocht. Lecker haben alle drei Gerichte geschmeckt und für euch habe ich folgende Speise fotografiert:

Quinoa mit Hokkaidokürbis und Ziegenfrischkäse

Hokkaidokürbis und der Käse sind vom Wochenende übrig geblieben und was für ein Zufall, eine Zitrone auch. Eine herrliche Kombination, die kalt und warm gut schmeckt. Unbedingt nachkochen! Insbesondere, wenn euch die Kürbissuppe schon aus den Ohren raus wächst! 😉

Zutaten für 2 Personen:

100-150 g Ziegenfrischkäse
300 g Hokkaidokürbis
2 Knoblauchzehen
1 Zweig Rosmarin oder ½ TL getrocknet
1 Bio-Zitrone
160-200 g Quinoa
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung:

  1. Quinoa mit doppelter Menge heißem Wasser und ½ TL Salz aufkochen lassen und dann für ca. 12 Minuten bei schwacher Temperatur köcheln lassen. Abschalten und zugedeckt stehen lassen.
  2. Kürbis waschen, entkernen und in ca. 1 cm x 2 cm große Stücke schneiden. Knoblauch schälen und fein schneiden. Rosmarinnadeln abzupfen und grob schneiden.
  3. In einer Pfanne 2-3 EL Olivenöl erhitzen und Knoblauch mit Kürbis und Rosmarin anbraten, bis der Kürbis schön weich ist. Salzen und pfeffern.
  4. Zitronenschale abreiben und mit dem Ziegenfrischkäse vermischen.
  5. Gekochtes Quinoa unter den Kürbis mischen und Käse-Zitronen-Mischung darauf geben. Einfach, schnell und lecker!

Jetzt sind unsere Requisiten, die Fotoausrüstung und unsere Koffer schon wieder gepackt und füllen damit eine Familienlimo. Ja, denn heute geht es nach Oberösterreich. Zuerst nach Tragwein, um Produzenten zu treffen, dann nach Linz zur Goldmari und auf den Südbahnhofmarkt. Dann warten schon Gastgeber und Gäste auf uns und am Sonntagvormittag besuchen wir Weideschweine und düsen zur nächsten Gastgeberin. Mah, wenn ich an die Menüs fürs Wochenende denke, bekomme ich jetzt schon Hunger. Schmatz!

Und das Ergebnis unserer ganzen kulinarischen Expeditionen ist ab 9.11.2012 im Handel erhältlich.

Trüffel und Meer… was will ich mehr?

ein schönes Delikatessengeschäft in Mougins

Nur kurz und ohne Rezept. Haben uns heute Mittag als gebührenden Abschluss 7 Gänge gegönnt – Thema: Trüffel. Im Moulin de Mougins. Sehr feines Essen und Mittags mehr als erschwinglich. (Nur der Autolärm – der ja überall an der Côte d’Azur präsent ist – stört ein wenig.) Mougins liegt etwas nördlich von Cannes, zwischen Cannes und Grasse.

Hier ein paar Fotos von Essen, dass ich bis auf Weniges nicht nachkochen könnte… die Trüffel hobeln kann ich allerdings schon und besseres Brot backe ich auch! Aber sonst… Hut ab!

Ich frage mich, wie geht das zusammen: Kleine Kleidergrößen und ein wahnsinniges Angebot an guten Lebensmitteln?

Sonnige Grüße von der Côte d‘Azur! Ich verlängere gerade meinen Sommer und liege am Stadtstrand von Nizza. Nachdem am Donnerstag die Österreicher schon die Herbstjacken klar gemacht haben, sind dieses sonnige Wetter und das Meer in Nizza noch mehr und noch intensiver genießbar.

Gestern an unserem ersten Tag haben wir den Kardinalfehler begangen und sind in der Früh gleich zum Monoprix, um Lebensmittel für den Brunch am Meer einzukaufen. Überwältigt vom Angebot und unseren großen Augen, haben wir nervös wirklich viel eingekauft und am Meer dann erregt unsere Einkäufe ausgepackt. Ergebnis: überessen! Qualitativ hochwertig, aber strategisch   g a n z   schlecht, wenn man nachher noch französische Mode einkaufen möchte, die kleiner geschnitten ist als bei uns. Daraus haben wir gelernt und heute Morgen nur ein ganz schmales Kaffeefrühstück zu uns genommen, bevor wir die Herbstausstattung erstanden haben. Zu bewundern sind wir damit ab Ende nächster Woche in Österreich. Der Herbst kann jetzt kommen, denn ich habe mir eine neue schicke rote Jacke gekauft.

Strandpiquenique

Heute sind wir erst nach dem Shoppen zum Monoprix und haben uns mit Rosé und feinen Dingen eingedeckt. Zur Verdauung liegen wir jetzt am Strand und lassen uns die Sonne auf unsere zufriedenen Bäuche scheinen. Nizza – sagen wir – daher die ideale Destination für entspannte, lukullische Shopping-Strand-Urlaube.

Gestern Abend haben wir uns Moule frites bestellt, die okay, aber weitem nicht so gut waren, wie jene, die Carina und Geri mal bei der Notte Italiana für uns gekocht haben. Gegessen haben wir sie trotzdem und die Fritten waren auch wirklich gut! Miesmuscheln sind wirklich sehr einfach zu machen und daher heute ein extrem delikates Muschelrezept für euch:

Miesmuscheln in Tomaten-Thymian-Sud

Ich habe an dem Abend frische Focaccia dazu gemacht, mit der wir den Sud aufgetunkt haben. Eine großartige Kombination!

Zutaten für 4 Personen:

gesäuberte Miesmuscheln für 4 Personen

5 Tomaten

2 Zwiebeln

4 Knoblauchzehen

½ Bund frischer Thymian oder 1-2 TL getrockneter Thymian

½ Bund Petersilie

200 ml Weißwein trocken

Olivenöl, Salz

Zubereitung:

  1. Tomaten mit einem Kreuz einritzen und in einem Topf mit heißem Wasser kurz blanchieren. Schälen und fein hacken. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Thymian abzupfen und Petersilie waschen und fein hacken.
  2. In einem großen Topf 3-4 EL Öl erhitzen und Zwiebel mit Knoblauch glasig anschwitzen. Kräuter und Tomaten dazu geben und weitere 2 Minuten mitdünsten lassen und mit Wein und 150 ml Wasser aufgießen und aufkochen lassen.
  3. Muscheln in den Sud geben, gut umrühren und bei schwacher Temperatur zugedeckt solange mitdünsten, bis sich die Schalen geöffnet haben.
  4. Muscheln mit Sud und Focaccia essen! Und alle Muscheln die nicht aufgegangen sind, wegwerfen!

Ich entspreche dem Zeitgeist und genieße die Erntezeit!

Die Schule hat in Wien wieder begonnen, der Verkehr hat zugenommen und die Aggressionen sind – nach einer feinen Sommerpause – im Straßenverkehr wieder gestiegen. Warum? Weil die Leute gestresst sind von den überfüllten Straßen oder weil die Temperaturen merklich kälter werden und das Licht knapper? Alle Eltern von schulpflichtigen Kindern unter der zeitlichen Umstellung leiden? Alles in Allem, diese Faktoren tragen aktuell im öffentlichen Raum nicht zu Entspannung bei.

In den Mühlviertler Höhen, wo ich letzte Woche noch war, ist noch Schulfrei und die Leute sind entspannt(er). Bei meinem Schwager „musste“ ich die gelb-rote Beute ernten, meinen Körper in den neuen Schwimmteich tauchen und mich 4 Tage durchgehend vom Tomatensalat ernähren. Ach, wie herrlich ist die Erntezeit!

Tags davor habe ich noch dem Zeitgeist entsprochen und für die Eröffnung von Kleider machen Leute Cupcakes gemacht. Mir schmecken ja keine Cupcakes, bis auf meine Eigenen. 2006 habe ich das erste Mal aus Neugier so ein Mini-Cremetörtchen in London probiert und stehen lassen, weil mir die Creme so gar nicht geschmeckt hat. Wir haben nur den Kopf geschüttelt über diesen englischen „Geschmack“. In Wien haben mich daher die Eröffnungen von diversen Cupcake-Geschäften ziemlich kalt gelassen, wobei ich den Hype darüber schon wieder interessant finde. Exzellentes Marketing und gute Vertriebsstrukturen!

Warum ich bei all meiner Unbegeistertheit dann trotzdem selber Cupcakes mache? Anita von Kleider machen Leute wollte für ihre Ladenparty eine Speise aus dem Schwarzwald haben und was fällt mir da sofort ein: natürlich Schwarzwälder Kirschtorte. Da große Torten oft sehr unansehnlich und für Fingerfood ganz und gar nicht geeignet sind, habe ich mir dann gedacht: entsprich doch mal dem Zeitgeist, hüpf über deinen Schatten und probiere doch einfach einen Cupcake mit diesem Rezept aus. Empirisch bei einer großen Anzahl von Gästen und in meiner Familie getestet und sind sie von allen mit „Mah, sind die guuut…!“ bewertet worden. Daher kann ich euch mit bestem Gewissen begeistert folgendes Rezept empfehlen:

Schwarzwälder Kirschcupcakes mit Frischkäseicing

Macht euch viele davon, lasst es euch schmecken, schenkt sie weiter, macht gute Stimmung und tragt damit bitte zur Gesamtentspannung bei!

Zutaten für 6 Stück Cupcakes:
1 Ei
50 ml Sauerrahm
30 ml Sonnenblumenöl
60 g Rohrzucker
60 g Mehl glatt
20 g Kakaopulver
½ TL Backpulver
¼ TL Natron
2 Prisen Salz
100 g dunkle Schokolade
24 Stück eingelegte Kirschen
Zutaten Icing:
100 g Frischkäse

70 g Mascarpone
40 g Butter
50 g Staubzucker

Zubereitung:

  1. Backofen auf 170° vorheizen.
  2. Ei, Sauerrahm, Sonnenblumenöl und Rohrzucker einmal gut miteinander vermischen. Mehl, Backpulver, Soda, Salz und Kakao vermischen und unter die Eimasse mischen.
  3. Schokolade in kleine Stücke schneiden oder hacken und unter die Masse mischen. Muffinform mit 6 Papierförmchen auslegen und Masse einfüllen und jeweils 4 Kirschen in jede Form geben. Cupcakes für ca. 20-25 Minuten backen.
  4. Für das Icing die Butter mit dem Staubzucker für mind. 5-8 Minuten mit dem Mixer verrühren. Frischkäse und Mascarpone vermischen, bis eine schöne, leichte Creme entstanden Frischkäsemischung in die Buttermischung rühren.
  5. Wenn die Cupcakes vollständig ausgekühlt sind, dann am besten mit einer Palette oder einem Messer das Icing auf den Kuchen streichen. Entspannen und genießen.

Ich meine, mir wird nicht fad.

Seit meiner Rückkehr aus dem Urlaub, habe ich bisher noch keine Zeit für einen neuen Beitrag gefunden. Nicht weil ich nicht koche oder faul oder untätig wäre, nein, sondern weil ich ständig mit meinem Kochbuch beschäftigt bin. Ich schreibe, organisiere und koche wie eine Wilde. Fad wird mir daher bis Mitte Oktober garantiert nicht werden. Aktuell sind 9 Menüs an 27 Nachkocher und –innen verteilt, Rückmeldungen sind teilweise schon eingetroffen und die fehlenden 3 Menüs bereits in Planung. Pro Monat gibt es ein Menü mit saisonalen Zutaten.

Jedes Menü wird bei Gastgebern in Wien oder Linz gekocht und fotografiert. Jürgen, mein Fotograf, und ich packen daher jedes Mal die Zutaten, meine Props und die gesamte Fotoausrüstung von Jürgen ins Auto und düsen zu einem Gastgeber. Props, das sind meine Requisiten, also jene Teile, die wir fürs Fotografieren verwenden, d.h. hübsche Teller, kleine Schälchen, Gläser oder Servietten und Tischtücher. Danke an Alle, die bereits zum Fundus beigetragen haben.

Wenn wir beim Gastgeber angekommen sind, dann beginnen hochkonzentrierte Stunden. Alle Zutaten werden verkocht, die Rezepte angepasst, das Ergebnis „gestylt“ und in Szene gesetzt. Wenn wir im Zeitplan sind, dann kommen die ersten Gäste gerade dann, wenn Jürgen zufrieden das letzte Bild geschossen hat. Die Gäste verkosten dann das ganze Menü und Jürgen und ich entspannen uns bei einem Glas Wein. So ein Kochbuchtag ist ganz schön anstrengend, aber macht auch viel Spaß und ist ziemlich aufregend. Insgesamt sind an die 90 Leute am Kochbuchprojekt beteiligt und das macht natürlich Freude, dass bereits sich bereits im Vorfeld sich so Viele von euch fürs Projekt interessieren. Danke! (das macht wirklich Spaß!)

Daher heute leider wieder kein Rezept. Bin gerade im Mühlviertel und habe gerade die Schwarzwälderkirsch-Cup Cakes für Morgen*) in Mama’s Backofen geschoben. Das Rezept dafür kommt dann mit Verspätung auf den Blog.

*) Ladeneröffnung bei Kleider machen Leute in Linz, 31.8.2012, ab 15  Uhr