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Laschi subsumiert: Wein- und Sportreisen sind Männersache.

Waren Laschi und ich im Sommer noch überrascht über den geringen Frauenanteil im Radtourismus, ist uns dieses Wochenende in Gols beim Martiniloben schnell klar geworden: auch Weinverkosten ist Männersache! Wie komisch ist denn das bitte, denken wir uns. Mit Männern gefüllte Kleinbusse aus ganz Österreich versammeln sich hier über das Wochenende. Je später die Stunde, desto gefährlicher aber das Weinverkosten für uns Exotinnen. Daher müssen wir Augenkontakt meiden und alkoholisiert-charmante Kontaktaufnahme großzügig überhören. Also nicht, dass wir so toll oder nicht offen und lustig wären, aber die rot eingefärbten Zähne und die dicken mit Grammelbogatscherln gefüllten Bäuche erscheinen uns zu gefährlich. Wir haben noch zu wenig verkostet, denken wir uns, um großzügig und gelassen bei derartigen Kontaktaufnahmen zu sein. Daher kehren wir zu späterer Stunde lieber in unseren sicheren Hafen bei Michaela und Gerhard Lunzer (Untere Hauptstraße 98, 7122 Gols) zurück. Da die Lunzer’s nicht mehr im Golser Bermudadreieck liegen, schaffen es nur ausgewählte Weinverkoster bis dorthin. Der diesjährige gelbe Muskateller ist mein Favorit und neben dem tollen Heideboden verspricht die Fassprobe des Merlots 2012 …

Mama sagt: „Deees ist dem Papa seine Aufgabe!“

Allerheiligen, oh Allerheiligen! In meiner Familie ist dieser katholische Feiertag immer schon ein Familientag gewesen. In der Kindheit von uns geliebt, weil wir ja getauft sind und daher auch von der Goli (= Taufpatin) mit Süßem und nützlichen Dingen beschenkt wurden. Außerdem ein wichtiger Saisonauftakt für die Herbst- und Wintermode, wo sich der Weg auf den Friedhof doch als idealer Laufsteg anbietet. Herrlich das Stehen, Betrachten und Flüstern an den Gräbern, wer wie, mit wem, doch sehr gealtert oder sehr schmal/dick geworden, gut oder schlecht gekleidet ans Grab kommt. Mein Tipp daher: am besten frühzeitig die Andacht verlassen oder völlig spritzen, um rechtzeitig zu Beginn des Defilees bereits am Grab Position bezogen zu haben.

Lasst die Sau raus!

Das denk ich mir manchmal, dass ich die Sau raus lassen sollte, aber noch viel öfters bei Anderen. Und am Öftesten denke ich mir das natürlich im wirklichen Sinn: Lasst die Schweine raus! Schluss mit Massentierhaltung und tier- und menschenunwürdigen Zuchtbetrieben! Respekt und Achtung vor der Natur! Am Wochenende habe ich den Fleischhauer meines Vertrauens in Tragwein besucht – Christian. Gemeinsam haben wir uns durch seine großartigen Produkte vom Weideschwein durchgekostet: Schinken, Prosciutto, Salami, Bratfett, Stelzenschinken und natürlich SPECK. Sprachlos macht einem dieser hauchdünn geschnittene Speck. Als Speckexpertin traue ich mich daher zu behaupten: der beste Speck von Tragwein bis nach Texas. Christan meinte, ich hätte seine 3-Monatsproduktion aufgegessen, aber nein, so maßlos war ich dann doch nicht. 😉 Satt war ich, soviel schon. Gemeinsam haben wir Prosciutto eingesalzen, die Selchkammer inspiziert und dann, als wir in der Speckkammer gestanden sind, habe ich mich wirklich gefühlt wie die Made im Speck. Herrlich! Von jeder Wurst hätte ich am liebsten abgebissen. Am Sonntagvormittag haben wir dann gemeinsam Gerold in St. Marienkirchen besucht und beim netten, gemeinsamen …

Trüffel und Meer… was will ich mehr?

Nur kurz und ohne Rezept. Haben uns heute Mittag als gebührenden Abschluss 7 Gänge gegönnt – Thema: Trüffel. Im Moulin de Mougins. Sehr feines Essen und Mittags mehr als erschwinglich. (Nur der Autolärm – der ja überall an der Côte d’Azur präsent ist – stört ein wenig.) Mougins liegt etwas nördlich von Cannes, zwischen Cannes und Grasse. Hier ein paar Fotos von Essen, dass ich bis auf Weniges nicht nachkochen könnte… die Trüffel hobeln kann ich allerdings schon und besseres Brot backe ich auch! Aber sonst… Hut ab!

Ich frage mich, wie geht das zusammen: Kleine Kleidergrößen und ein wahnsinniges Angebot an guten Lebensmitteln?

Sonnige Grüße von der Côte d‘Azur! Ich verlängere gerade meinen Sommer und liege am Stadtstrand von Nizza. Nachdem am Donnerstag die Österreicher schon die Herbstjacken klar gemacht haben, sind dieses sonnige Wetter und das Meer in Nizza noch mehr und noch intensiver genießbar. Gestern an unserem ersten Tag haben wir den Kardinalfehler begangen und sind in der Früh gleich zum Monoprix, um Lebensmittel für den Brunch am Meer einzukaufen. Überwältigt vom Angebot und unseren großen Augen, haben wir nervös wirklich viel eingekauft und am Meer dann erregt unsere Einkäufe ausgepackt. Ergebnis: überessen! Qualitativ hochwertig, aber strategisch   g a n z   schlecht, wenn man nachher noch französische Mode einkaufen möchte, die kleiner geschnitten ist als bei uns. Daraus haben wir gelernt und heute Morgen nur ein ganz schmales Kaffeefrühstück zu uns genommen, bevor wir die Herbstausstattung erstanden haben. Zu bewundern sind wir damit ab Ende nächster Woche in Österreich. Der Herbst kann jetzt kommen, denn ich habe mir eine neue schicke rote Jacke gekauft. Heute sind wir erst nach dem Shoppen zum Monoprix und haben uns …

Ich entspreche dem Zeitgeist und genieße die Erntezeit!

Die Schule hat in Wien wieder begonnen, der Verkehr hat zugenommen und die Aggressionen sind – nach einer feinen Sommerpause – im Straßenverkehr wieder gestiegen. Warum? Weil die Leute gestresst sind von den überfüllten Straßen oder weil die Temperaturen merklich kälter werden und das Licht knapper? Alle Eltern von schulpflichtigen Kindern unter der zeitlichen Umstellung leiden? Alles in Allem, diese Faktoren tragen aktuell im öffentlichen Raum nicht zu Entspannung bei. In den Mühlviertler Höhen, wo ich letzte Woche noch war, ist noch Schulfrei und die Leute sind entspannt(er). Bei meinem Schwager „musste“ ich die gelb-rote Beute ernten, meinen Körper in den neuen Schwimmteich tauchen und mich 4 Tage durchgehend vom Tomatensalat ernähren. Ach, wie herrlich ist die Erntezeit! Tags davor habe ich noch dem Zeitgeist entsprochen und für die Eröffnung von Kleider machen Leute Cupcakes gemacht. Mir schmecken ja keine Cupcakes, bis auf meine Eigenen. 2006 habe ich das erste Mal aus Neugier so ein Mini-Cremetörtchen in London probiert und stehen lassen, weil mir die Creme so gar nicht geschmeckt hat. Wir haben nur den …

Ich meine, mir wird nicht fad.

Seit meiner Rückkehr aus dem Urlaub, habe ich bisher noch keine Zeit für einen neuen Beitrag gefunden. Nicht weil ich nicht koche oder faul oder untätig wäre, nein, sondern weil ich ständig mit meinem Kochbuch beschäftigt bin. Ich schreibe, organisiere und koche wie eine Wilde. Fad wird mir daher bis Mitte Oktober garantiert nicht werden. Aktuell sind 9 Menüs an 27 Nachkocher und –innen verteilt, Rückmeldungen sind teilweise schon eingetroffen und die fehlenden 3 Menüs bereits in Planung. Pro Monat gibt es ein Menü mit saisonalen Zutaten. Jedes Menü wird bei Gastgebern in Wien oder Linz gekocht und fotografiert. Jürgen, mein Fotograf, und ich packen daher jedes Mal die Zutaten, meine Props und die gesamte Fotoausrüstung von Jürgen ins Auto und düsen zu einem Gastgeber. Props, das sind meine Requisiten, also jene Teile, die wir fürs Fotografieren verwenden, d.h. hübsche Teller, kleine Schälchen, Gläser oder Servietten und Tischtücher. Danke an Alle, die bereits zum Fundus beigetragen haben. Wenn wir beim Gastgeber angekommen sind, dann beginnen hochkonzentrierte Stunden. Alle Zutaten werden verkocht, die Rezepte angepasst, das …

Laschi und ihre monarchischen Gedanken.

Kaum in Piran angekommen und den ersten Apertif in der Hand, meint Laschi ganz schlau: „Das Alles war mal Unseres!“ Wir schauen uns um und tatsächlich Piran gefällt uns wirklich gut, auch der Rest von unserer Reise würden wir nicht von der Bettkannte schmeißen, wenn es noch zu (k&k)Österreich gehören würde. Wir trinken und essen weiter und kommen zum Schluss, eigentlich sind wir jetzt besser dran: Nicht zuständig für die finanziellen Probleme, für irgendwelche Rankings von Moody‘s und Fitch. Nein, wir sind die guten Touristen, die Geld bringen und Arbeitsplätze schaffen. Deutsch redet man auch ohne Monarchie. Die Reise vom Vipava-Tal bis Piran war anstrengender als uns die Straßenkarte erwarten ließ. In Gorica wurden wir vom Ausverkauf bei Calzedonia aufgehalten, um dann mitten in der Mittagshitze die Höhen bis der Brda zu erstrampeln. Im Weingut Stekar angekommen haben wir uns am Ausblick über die Weinlandschaft gelabt und den Wein am Pool verkostet. Am nächsten Tag haben wir uns aber auch hier vom Speckfrühstück verabschiedet und uns auf den Weg nach Italien gemacht. In Duino haben …

Laschi sagt: „Wer die Gegend um Jeruzalem nicht mag, der hat echt ein Problem in seinem Leben!“

Heute sind wir in der Karstgegend, im Vipavatal, mit unseren Pferden angekommen. Jeruzalem mit schwerem Herzen am Sonntagvormittag verlassen. Mehr als 80 km durch ganz unterschiedliche Landschaften geradelt, bis an einen Bahnhof, wo ein Zug hält, der uns nach Laibach bringt. In Laibach kurz in der Touristeninfo über den Tisch gezogen worden, geärgert und gezweifelt, aber erfolgreich gewährt und schlussendlich schön genächtigt und den Abend verbracht. Laibach, ich Laie, ist wirklich eine schöne Sommerstadt. Kenne keine andere Stadt, die eine so charmante Restaurantszene am Fluss direkt im Zentrum hat. Aber wir haben die Stadt schon wieder verlassen und sind bereits längst den Rotweingenüssen im Vipavatal erlegen. (PS: Laschi schläft schon betrunken und mit Speck angegessen neben mir im Bett 😉 Von Laibach haben wir kurz den Zug nach Postojna genommen und drei alte Damen im Zugabteil erheitert. Von Postojna über Vipapa sind wir nach knapp 5 Stunden über Feld- und Asphaltstraßen in unserer Unterkunft in Crnice angekommen. Der erste wirkliche heiße Tag! Endlich Sommer! Wir riechen es an unserer Haut. Unserer Unterkunft wieder eine schönes …

Female Aliens on Bikes.

Nach einem fulminanten Start in Maribor, haben wir uns in Richtung Jeruzalem auf den Weg gemacht. Ein bisschen gelitten, aber durchgehalten. Mehrmals in Kontakt mit Slowenen getreten, um nach den Weg zu fragen. Wir überrascht, wie gut – im Speziellen die Älteren – Deutsch sprechen und sie überrascht, was zwei Frauen auf einem Rad quer durch Slowenien wollen. Eigenartig, aber wir scheinen offensichtlich keine 0-8-15-Erscheinung zu sein, denn Blicke folgen uns mit offenem Mund. Einerseits, weil Frauen typischerweise maximal gemeinsam wellnessen und andererseits denken wir, weil es keine Radfahrer hier gibt. Eins und Eins macht Zwei, denken die Slowenen wohl. Aber am Weg nach Jeruzalem haben wir in Ormož Halt gemacht, um bei VERUS Weine zu verkosten. Weltklasse Weine charmant von Danilo präsentiert. Der Sauvignon Blanc, puh… mein Favorit. Vernünftigerweise kurz vor Einbruch der Dunkelheit dann noch am Weg zu PUKLAVEC gemacht. Ein herrlicher Heuriger oberhalb der Weingärten mit üppiger kalter Platte und wohlschmeckenden Šipon. Die Gegend rund um Jeruzalem erinnert in vielerlei Hinsicht stark ans Mühlviertel und macht Radfahrspaß. Kontinuierlich sanft bergauf, bergab, bergauf, …