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Braune Früchte: Pommes de Luxe

Wie gestern Stevan Paul (nutriculinary.com) bei der Buchpräsentation von „Deutschland Vegetarisch“ in Wien treffend festgestellt hat, können sich Leute mit viel Tagesfreizeit unterhaltsamen Themen wie Rezepten oder auch deren Herkunftsbestimmung mit einer außergewöhnlichen Ernsthaftigkeit widmen. Das wohl bedenkend, habe ich mich im Bericht über das kulinarische Holland auf meinem zweiten Blog „Geheime Schnatterei on Tour“ dem frittierten Erdapfel gewidmet.

Flanierende, sardische Banditen

Diesen Beitrag habe ich eigentlich schon vor mehr als zwei Wochen zu schreiben begonnen, als wir auf der Fähre von Abatax nach Olbia festgehalten wurden. Mehr als zwei Stunden konnten wir aufgrund von Platzmangel (unsere Freundin, die Aida, hat wohl noch Passagiere vermisst) mit der Fähre im Hafen von Olbia nicht anlegen. Unsere Nerven lagen blank, da wir doch schon zum Abendessen verabredet waren und der Hunger groß war. Die korsische Internetfreiheit und auch mein Urlaubsmodus haben meine Nichtpräsenz im Netz verschuldet. Daher mit etwas Verspätung ein Rückblick auf unsere sardische Radreise.

Felsen, viele Höhenmeter, unsere Räder und wir.

Slow Travelling auf Sardinien, der Felseninsel mit viel Landschaft. Seit fast 10 Tagen reisen Laschi und ich nun bereits mit dem Rad durch Sardinien und sind immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die Landschaft ist. Begonnen hat alles mit einem Glückstreffer in Olbia, auf der Suche nach Luft. Fabio, Inhaber einer Autowerkstatt und fließend in Englisch, hat uns nach einem gemeinsamen Mittagessen Luft gegeben und alle anderen kleinen Wehwehchen am Rad beseitigt. Danach haben wir unsere Pferde endgültig gesattelt und sind in der Nachmittagshitze in die sardische Prärie aufgebrochen…

Ich verlasse diese Stadt!

Ich verlasse diese Stadt bzw. the Aliens on bikes are back! Laschi und ich sind schon nervös. Zugegeben, wirklich nervös, weil mit dem Rad im Flugzeug zu verreisen, ist längst nicht so geschmeidig wie mit dem Zug. Aber es lohnt sich, so meint Laschi, denn das Meer wird dieses Mal viel besser!

Unorthodoxer Slow Fish der Oranjes

Die Mission eines Fischerpärchen aus Holland – Barbara Geertsema und Jan Rodenburg leben für die nachhaltige Fischerei im Wattenmeer Jan Rodenburg ist zuerst einmal eine Erscheinung. Seinen Lebensinhalt sieht er gemeinsam mit seiner Frau Barbara in nachhaltiger Fischerei im Wattenmeer. Aber Fischerei ist eigentlich zu kurz gefasst, denn die beiden organisieren die gesamte Logistik-Kette – von Fang, Ein- und Verkauf bei der Fischauktion in Den Oever, direkte Lieferung an Restaurants, bis zum Endverkauf am Wochenmarkt in Utrecht und Amsterdam sowie die Fischzubereitung im eigenen Slow Fish Café in Lauwersoog, das mittlerweile zu den besten 15 Fischrestaurants in Holland zählt.

Hoffnung für die holländische Küche

Ich sag’s gleich, dieser etwas provokante Titel stammt nicht von mir, sondern von Jan M., nachdem wir uns Ewigkeiten in Den Haag über holländisches Essen unterhalten und nach einer Erklärung für die Nicht-Existenz einer traditionellen Küche gesucht haben. Aber es stimmt, es gibt Hoffnung für die holländische Küche! An jenem Freitag Morgen, als ich gerade mit Jan – the fisher man – bei der Auktion sitze und die Preise am Bildschirm mitverfolge, läutet das Telefon und „die“ Hoffnung ist am anderen Ende!

Vom Huddeln kommen die Kinder.

Bei uns sagt man, dass vom Huddeln die Kinder kommen. Eine nicht ganz jugendfreie Weisheit, die sich in einem übertragenen Sinn aber auf viele Alltagssituationen anwenden lässt. In diesem Beitrag geht es daher nicht um Schwangerschaft, sondern um Gewinn bzw. Verlust. Eine Hätti-i-war-i-Geschichte sozusagen ein Lehrstück, um euch durch meine Erfahrung beim Geld- und Zeitsparen zu helfen. Denn letzten Donnerstag habe ich sehr spontan beschlossen, Jan –  t h e  fisher man– bei der Fischauktion in Den Oever zu besuchen.