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Wachsenten zum Anbeißen & Sake-Cocktails

Na, wie geht’s an diesem Montag? Regen, Sturm und Grau in Wien. Und noch dazu: Kühlschrank leer. Aber schaden tut mir diese Leere nach der langen kulinarischen Asien-Reise ohnehin nicht. Ein erster Foto-Rückblick auf meine Zeit in Tokyo ist bereits online. Vor 14 Jahren hatte ich bei meinem ersten Japanbesuch einen kulinarischen Kulturschock erlebt, diesen überwunden, um mich anschließend mit voller Begeisterung durch die verschiedenen Speisen zu futtern. Eine intensive und nachhaltige Erfahrung war damals meine erste Asienreise und daher umso spannender, nach so langer Zeit wieder zurück zu kehren.

Geheime Schnatterei @ Shanghai

In Shanghai war ich bei fünf Frauen zum Kochen eingeladen und sie haben traditionelle Rezepte und ihre Lebensgeschichte mit mir geteilt. Im Gegenzug habe ich ihnen von mir und meinem Leben in Österreich ein Bild gezeichnet. Natürlich war auch mein Kochbuch mit auf Reisen und es war spannend mitten in Shanghai mein Kochbuch mit ihnen durchzublättern und mit ihren Augen in die Wohnungen meiner Freunde zu blicken.

Stinkender Fisch: Quargel auf koreanische Art

Mir geht es gut. Ich hoffe, das hat niemand aufrund meiner Abwesenheit am Blog bezweifelt. Wirklich gut. Ich war schlichtweg zu beschäftigt und zu sehr im Jetzt, dass ich fürs Netz nur minimal Zeit hatte. Jetzt bin ich aber zurück und kann schön langsam meine Reise aufarbeiten. Hier daher noch verspätet ein Artikel über Südkorea. Erst bei meiner Reise durch Südkorea wird mir bewusst, dass ich als Kind früher auf Koreanisch als auf Englisch bis zehn zählen konnte. Durch das mangelnde Freizeitangebot in meinem Heimatdorf während der Kindheit, machte ich eine sehr bescheidene Blitzkarriere in unserem tatsächlich sehr erfolgreichen Taekwondo-Sportverein. Die magere Kost am Trainingslager und die schweißgetränkte Luft im Turnsaal, wo wir auf Turnmatten schlafen mussten, waren jedoch bereits damals nicht ganz nach meinem Geschmack. Hätte man hingegen einen holistischen Ansatz verfolgt und nicht nur einen koreanischen Trainings-, sondern auch Speiseplan angeboten, hätte ich wahrscheinlich länger und motivierter durchgehalten.

Allerheiligen in Seoul: Beef Tatar und Rindsuppe auf koreanisch

Laut offiziellen Zahlen stellen die Christen (31 %) neben den Konfessionslosen die größte Glaubensgruppe in Südkorea. Trotzdem lässt Allerheiligen die Südkoreaner völlig kalt: kein Allerheiligenstriezel, kein Ausführen der neuesten Herbstmode am Friedhof, keine Familientreffen, und kein feiner Feiertag. Sung Yoon Kim, Lifestyle-Journalist mit Fokus auf Kulinarik bei der größten koreanischen Tageszeitung Chosun, verbringt Allerheiligen mit mir und erklärt ausführlich andere kulinarische Festlichkeiten, die in Korea gefeiert werden.

Kalter, klarer Reis.

Soju (sprich Sotschu) ist das gebrannte Nationalgetränk in Korea und wird in kleinen Flaschen überall verkauft und „anscheinend“ auch in rauen Mengen getrunken. Industriell gefertigt tut er mir im ganzen Körper weh. Der wahrscheinlich beste Ort für Soju in Seoul (sprich Sol) befindet sich in einem traditionellen Haus im idyllischen Bukchon Village: Bukchon Heritage Studio (Buckchon 11 Ga-gil 1). Diesen Soju kann ich bereits um 10 Uhr morgens verkosten und das beste überhaupt: ich habe hier auch ein Rezept für das perfekte Hangover-Getränk bekommen.

Brot und Spiele.

Eigentlich bin ich ja schon in Seoul und genieße die „Ruhe“ nach dem „Sturm“ in Shanghai. Wie gesagt, alles ist relativ. 😉 Bei meinem letzten chinesischem Abendessen in Shanghai fragte mich meine Tischpartnerin, wie mir Shanghai gefällt. Höflich erkläre ich ihr, dass es mir gut gefällt, aber die Größe und der Bauwahnsinn mich erschüttert. Mein grundsätzliches Problem mit sozialistischen und kommunistischen Ländern habe ich dabei mal Außen vor gelassen, aber plötzlich schüttet dann meine Tischpartnerin irgendwie ihr Herz bei mir aus.

Hai aus Shanghai!

Obwohl ich schon viel in Asien und Megacities gereist bin, hat mir im Vorfeld die Einwohnerzahl von Shanghai irgendwie Respekt eingeflößt: 20 Millionen Menschen leben hier! Aber die U-Bahnen sind angenehm gefüllt, der Verkehr zwar laut, aber ich kenne schlimmeres und Luftqualität mäßig, aber um die Jahreszeit erträglich. Aber 20 Millionen ist irgendwie unvorstellbar, oder? Als ich meinen chinesischen Bekannten hier erkläre, dass es von uns Österreichern gerade mal weniger als ein Drittel gibt, sind sie auch schlicht beeindruckt und erkennen, welch seltene Erscheinung ich bin ;). Alles ist relativ! und Wien wird im Vergleich zu Shanghai plötzlich zum Dorf. Am Wochenende bin ich von Shanghai raus und in eine kleine Stadt gefahren, die nur 8 Millionen Einwohner, die aber hektischer und lauter war als Shanghai: Hangzhou.

Venice Lovers

Roland und ich sind kein Paar, fahren aber trotzdem seit dreizehn Jahren regelmäßig gemeinsam nach Venedig und wissen, dass unser geliebtes Venedig polarisiert. 2013 ist ein besonderes Jahr für Venedig, Roland und mich, denn wir feiern unser zehnjähriges Besuchsjubiläum auf der Kunst-Biennale in Venedig. Ein Moment für uns zum Innehalten, da wir uns 2003 die erste Reise zum Studienabschluss geschenkt haben. Zehn Jahre ist das schon her, Halleluja! Unweigerlich fühlen wir uns dank dieser Tradition sehr reif und die Gedanken über das Erlebte, das Ab- und Durchrechnen der letzten zehn Jahre erfolgt automatisch – Wer kennt diese Gedanken nicht?

Friulanische Käsekrainer

Alle zwei Jahre machen Roland und ich uns ja gemeinsam nach Venedig auf, um auch für unsere kulturelle Bildung etwas zu tun. Wir bedanken uns bei Venedig immer wieder, dass es uns einen guten Grund gibt, alle zwei Jahre wieder zu kommen und eine Möglichkeit, die Zeit zwischen dem Essen und dem Aperitif mit Kunst zu füllen. Zu unserer 10jährigen Jubiläumsfahrt meinte es dieses Jahr Italien besonders gut mit uns und organisierte genau an unserem Venedig-Wochenende ein kulinarisches Festival in Udine. Und weil Udine ja am Weg liegt…