Autor: gibbiancafutter

Einmal scharf bitte!

Also mal ganz ehrlich: ich bin kein Kroketten- und Panierfan, aber in Portugal kann ich den Stockfischkroketten nur schwer widerstehen. Mit einem frisch gezapften Bier ist das ein hervorragender Imbiss am Nachmittag. Auch wenn es die meisten Portugiesen verwundert, frage ich  immer nach Piri-Piri-Öl („azeite picante“), da ich meine, dass die Kroketten Schärfe gut vertragen können. 🙂

Alltag in Lissabon.

Auch hier habe ich meine Routinen, denn sich jeden Tag neu zu erfinden, speziell in der Früh, ist mir zu anstrengend. Daher verlasse ich wochentags um 8:20 Uhr das Haus und um 8:29 Uhr nehme ich den Bus 736 von Cais do Sodre bis Piscoa, gehe von dort circa 4 Minuten zu Fuß direkt zu Felix ins Nortex (Ecke Rua Actor Taborda/Rua Engenheiro Vieira da Silva). Dort angekommen fragt er anstelle einer Begrüßung mit hochgezogenen Augenbrauen: „Um abatanado?“

Kochweh bei Land unter.

Gestern, hier: Land unter bzw. kein Land in Sicht. Regen, Regen, Regen und nochmals Regen. An diesem Ostersonntag hat es laut Messungen in Lissabon mehr geregnet, als im ganzen Jänner des Vorjahres. Der Tejo hat allerhand Müll an Land gespült und ist auch heute noch bedrohlich hoch gefüllt. Bei der Fahrt durch den Alentejo haben wir aber gesehen, was der Regen bereits bewirkt hat: alles ist wirklich sagenhaft grün und der Frühling allgegenwärtig. Seht selber! Der Frühling steht quasi vor der Tür! Durchhalten im Schneegestöber! Aber wie verbringt man so einen Regensonntag als Sprachschülerin? 

Lisbon Calling.

Ich halte gerade mein Gesicht im Noobai Café (Miradouro do Adamastor – Sta. Catarina) in Lissabon in die Sonne, schaue den Segelbooten am Tejo zu, schlürfe einen Abatanado (= Verlängerter) und höre Bossa Nova im Hintergrund. Geht’s besser? Natürlich, eine Hängematte wäre noch fein, aber momentan bin ich schon äußerst zufrieden mit der Situation. Heute in der Früh hat mich schon die Sonne geweckt, um entlang am Tejo wie zig-Tausend Marathonläufer zu laufen. Mein Ziel, die Rückkehr ins Lisbon Calling Hostel, um meinen Polvo-Salat (= Pulpo) essen zu können. 

Ausgezeichneter Firlefanz.

Mein generelles Problem ist: ich habe zu wenig Zeit. Selbst jetzt, wo ich doch alle Zeit der Welt für mich habe, habe ich noch immer zu wenig Zeit. Aber das ergibt sich daraus, dass mich „zu viel“ interessiert. Letzte Woche habe ich es gerade mal für zwei Tage geschafft, bei Mraz & Sohn mitzuarbeiten und war einfach begeistert und inspiriert! Warum?