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Venezianische Küche

Venedig polarisiert. Die meisten sind verzaubert, aber andere finden den Massentourismus, der fast ganzjährig in der Stadt Saison hat, inklusive der Kulisse einfach zu viel. Ich bzw. wir, also Rolando und ich, gehören zur ersten Gruppe, auch wenn wir uns jedes Mal wieder über gewisse Dinge in der Stadt aufregen müssen, wie beispielsweise die vielen Touristenschuppen mit schlechten Geschmack, die Massen und die Herausforderung bei der Lokalsuche. Dennoch sind wir jedes Mal wieder glücklich, wenn wir zur Kunstbiennale nach Venedig fahren. Nicht nur, aber auch wegen der venezianischen Küche! Passend zu meinem letzten Ausflug nach Venedig daher zwei Reisekochebücher, mit denen sie auch im Topf nach Venedig reisen können.

©Laurent Grendadam, Gerstenberg VerlagIn der Serie von Echt italienisch! vom Verlag Gerstenberg ist bereits 2013 ein Kochbuch über Venezianische Küche erschienen.

Auf knapp 300 Seiten bekommen die Leser Lust, einfach ihre Koffer zu packen. Ab nach Venedig!

Als Handelszentrum war Venedig schon immer auch das Zentrum für neue Gewürze und Zutaten, die von den Seefahrern mitgebracht wurden. Eine Verschmelzung der traditionellen Zutaten mit den Einflüssen der weiten Seefahrerwelt bestimmen die venezianische Küche.

Der Aperol Sprizz, der seinen Ursprung in Venedig hat findet in diesem Buch genauso Erwähnung, wie Spaghetti mit Miesmuscheln oder Schwarze Tagliatelle mit Heuschreckenkrebsen, allerlei Fischrezepten bis hin zu den Desserts, die in jeder Auslage der Stadt locken zu scheinen.

(c) ©Laurent Grendadam, Gerstenberg Verlag

(c) ©Laurent Grendadam, Gerstenberg Verlag

Bunte kleine Häuser, Prachthäuser entlang des Canal Grande, Patina und enge Gassen, in denen man sich plötzlich abends alleine befindet und weil völlig ungewohnt, es plötzlich unheimlich wird.

Die Rezepte im Buch sind klassisch und funktionieren! Da ich schon einige davon ausprobiert habe. Als nächstes kommt wohl die Spaghetti mit den Miesmuscheln dran.

©Laurent Grendadam, Gerstenberg Verlag

©Laurent Grendadam, Gerstenberg Verlag

Venedig ist einfach einzigartig! Venedig gilt auch als die Stadt der Verliebten! Aber nicht nur, denn hier schwirrt es nur so von Reisenden, die mit ihren Freunden und Freundinnen bevorzugt mindestens zu zweit kommen.

Venedig - Kopie Im zweiten Buch über Venedig – die Kulturrezepte – bekommt man nicht minder Lust, zu verreisen. Das 2014 erschienene Buch im AT Verlag nähert sich den Rezepten ebenfalls kulinarisch-kulturell auf 272 Seiten.

Venedig – die Serenissima – die „Allerduchlauchtigste“!

In diesem Buch wird dem Stockfisch alle Ehre gezollt und nicht nur die traditionelle Stockfischcreme, sondern auch auch andere venezianische Varianten vorgestellt.

Auch in diesem Buch wird er Aperitif hoch gehalten! Der auf venezianische Aperitif „Il bacaro & i cicheti“ –  bzw. „bacaro“ eine Weinbar hat es bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gegeben und in der lässt es sich den guten langen Tag gut aushalten und rund um Happy Hour geht es dann wirklich rund.  Denn hier genießt Alt und Jung ganztägig venezianische Tapas.

© Grégoire Kalt, AT Verlag / www.at-verlag.ch

© Grégoire Kalt, AT Verlag / http://www.at-verlag.ch

Die echten venezianischen Rezepte will die Autorin weitergeben, damit Reisende nicht nur bei der Touristen-Pizza in Venedig hängen bleiben. Zwischen den Kapiteln gibt es auch Spaziergänge durch die einzelnen Vierteln, in denen sie Restaurant- und Einkaufstipps gibt.

Das Buch ist grafisch ansprechend und die Auswahl der Rezepte gibt wohl einen guten Überblick, worauf man auch Vorort in Restaurants achten bzw. was man bestellen sollte.

Die Rezepte sind leider manchmal fehler- bzw. mangelhaft und es ist fraglich, ob sie tatsächlich gekocht wurden. Zusammenfassend daher eher ein Buch zum Gusto holen oder zum kritisch kochen.

Sarde en Saor © Grégoire Kalt, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Sarde en Saor © Grégoire Kalt, AT Verlag / http://www.at-verlag.ch

Ein echter Klassiker der venezianischen Küche ist Sarde en Saor – süßsaure Sardinen, die eigentlich einfach selber zu machen sind und zum Apertif hervorragend schmeckend.

Saor (Würze) ist eine Marinade, deren Grundlage Zwiebeln sind und die seit
dem 14. Jahrhundert bekannt ist. Traditionell bereiten die Venezianer die süß-sauren
Sardinen zu, um sie während des Redentore-Festes (Erlöser-Fest), das immer
am dritten Samstag im Juli stattindet, an Bord der Schiffe zu essen. Aber in den
bacari, den Weinbars, findet man sie das ganze Jahr über als Vorspeise.

Ein leicht adaptiertes Rezept aus diesem Buch zum Reisen im Topf zu Hause! Top-Empfehlung!

SARDE en SAOR

FÜR 6 PERSONEN
ZUBEREITUNG: 45 MINUTEN
KOCHZEIT: 20 MINUTEN
RUHEZEIT: MINDESTENS 24 STUNDEN
1 kg frische Sardinen
500 g weiße Zwiebeln
100 ml Olivenöl
400 ml Balsamico Essig weiß
5 Lorbeerblätter
40 g Rosinen und Pinienkerne, nach Belieben

  1. Die Sardinen säubern, den Kopf entfernen und die Fische ausnehmen.
  2. Die Zwiebeln schälen, waschen und in dünne Scheiben schneiden.
    Das Olivenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln
    darin bei kleiner Hitze weich und glasig dünsten. Den Essig  und Lorbeerblätter zufügen und 5 Minuten kochen lassen. Von der Herdplatte nehmen.
  3. Die Sardinen mit Küchenpapier trocken tupfen und auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Backblech bei 190 °C 2 Minuten garen.
  4. Eine Lage Sardinen in eine Schüssel legen und mit einer Schicht
    Zwiebeln bedecken. Abwechselnd Sardinen und Zwiebeln einfüllen, bis alles
    aufgebraucht ist.
  5. Mit dem warmen Essigsud begießen, er muss die Sardinen
    ganz bedecken. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und vor dem Genuss mindestens 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Vorgestellte Bücher:

Echt italienisch! Venezianische Küche
80 traditionelle und moderne Rezepte
Cinzia Armanini und Alberta Magris
Gerstenberg Verlag

Venedig – Die Kulturrezepte
Laura Zavan
AT-Verlag

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