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Sonne, Wein & Rad

Zum Glück gibt es die Erinnerung. Das denke ich mir oft. Besonders aber auch dann, wenn ich mir meine Urlaubsfotos ansehe, wo die Erinnerung wieder intensiv wach wird. Und so ist es mir auch beim Schreiben dieses Beitrages gegangen, denn A. und ich haben unseren Sommerurlaub 2017 wieder auf dem Rad verbracht. Diese Mal allerdings ein bisschen verkürzt, weil der Wohnungsumzug auf uns gewartet hat. Daher war unsere Distanz von Salzburg bis Piran (knapp 600 km) in 10 Tagen überschaubar, wobei wir genug Zeit für den Müßiggang sowie für Wein & Kulinarik hatten.

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Biergarten in Salzburg zum Starten..

Wer es knapper fahren möchte, der sollte einfach in Villach  einsteigen. Vor allem mit Kindern ist die Strecke von Golling bis Bad Gastein nicht empfehlenswert – zu viele Autos, zu viel Straßenführung… aber genaueres gibt es online beim Alpe-Adria-Radweg zu finden, den wir mit dem Parenzana Radweg in Slowenien verbunden haben. Dazwischen sind wir in der Weingegend um Cormons in Friaul Julisch Venetien herumgekurvt, um gut zu essen und Wein zu verkosten.

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Obwohl in Salzburg lockt natürlich das Bier und in Golling und Werfen gibt es auch kulinarische Verführungen. Wir haben den Biergarten in Salzburg als Auftakt genossen und anschließend in Döllerers Wirtshaus gespeist. Beides möchten wir nicht missen.

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ideales Radleressen im Ex Posta

Ein richtiges Glück hatten wir unmittelbar nach der Grenze, wo wir noch vor Tarvisio im Ex Posta unser Mittagsglück fanden. Direkt am Radweg befindet sich dieses tolle Wirtshaus, wo es einfachen Hauswein mit toller Küche gibt. Unbedingt mehr Zeit dafür einplanen!

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Danach ist der Radweg, der entlang einer aufgelassenen Bahnstrecke führt, so richtig toll geworden. Quasi „Gratis-Kilometer“ bergab in toller Berglandschaft mit feinen Radlerstopps, wo Aperol Sprizz und Chips locken. Außerdem hatten wir eine einfache Unterkunft in Moggio Udinese in der Villa Rudolfi, die aber richtig romantisch war.

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Blick aus der Villa

Einen Ort habe ich verdrängt – das sage ich ganz ehrlich. Weil unglaublich, dass es in einem hübschen italienischen Ortskern nichts außer Take-Away Pizza  und Tramezzini gibt. Alle essen mittags bei der Mama, ganz offensichtlich. Daher ein Tipp auf der Strecke von Moggio Udinese nach Udine: die Jause lieber selber mitbringen.

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herrliche Landschaft

In Udine lässt sich unheimlich gut Wein trinken und italienische Tapas essen. Übrigens hatte ich auch das beste Eis der ganzen Reise genau hier. Wir waren in der Osteria e Locanda Al Capello, wo sich fast unmittelbar daneben auch der Eisladen befindet. Mit unserem Hotel Allegria waren wir auch sehr zufrieden: zentral, großzügig und mit einer tollen Parkmöglichkeit fürs Rad. Generell waren unsere Räder auf diesem Urlaub immer willkommen.

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Vor Udine waren wir auch noch Weinverkosten bei Giovanni Dri, dessen Wein wir bald in unserer neuen Wohnung genießen werden.

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Palmanova

Palmanova war ein unerwarteter Highlight, der uns nach dem Take-Away-Pizza-Desaster vom Vortag so richtig wieder mit der italienischen Küche versöhnt hat. Wahnsinnig heiß war es an dem Tag, dass wir ausgesprochen glücklich waren, im gut besuchten Al Gambero Platz zu finden. Dort haben wir  die Pasta-Karte einmal rauf und runter bestellt sowie eine Flasche erfrischenden Weißwein genossen.

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Mittagessen im Al Gambero

Noch nicht wissend, was uns erwartet – haben wir getrödelt, sind über ein ausgetrocknetes Flutbett gefahren und haben bei der Hitze das Mittagessen wieder ordentlich verdaut.

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Tra le Vigne

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Unglaublich schön und romantisch war nämlich unser nächstes Zimmer im Agriturismo Tra le Vigne, in das wir unbedingt wieder zurück müssen. Denn hier würde ich gerne viel länger bleiben wollen. Wein unmittelbar davor und dahinter und die Zimmer einfach schön. Zu Fuß sind am Abend wir ins Schloss Castello di Buttrio spaziert, das nur einen Hügel entfernt ist und haben uns auf den Abend gefreut. Alles bis aufs Service war gut! 😉 Zum Mitleiden war leider das chaotische Treiben von den Kellnern…

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am Weg zurück vom Castello

Am nächsten Tag hatten wir einen aufregenden Tag, der uns in die exzellente Trattoria Al Piave in Mariano del Friuli geführt hat. Herrlich! Und leider fast ein bisschen zu viel haben wir uns gegönnt, da ich mich dann den Berg hinauf zum Orange-Weingut Radikon bei dem schwülen Wetter so richtig plagen musste. Eh quasi alles ausverkauft von Radikon – haben wir bei der Weinverkostung erfahren. Tatsächlich ist das Weingut mit Sicherheit einer der Leuchttürme für Orangewein in dieser Gegend, aber wenn man ihn nicht kaufen kann, dann schmeckt er auch nicht wirklich 😉

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Der Keller von Radikon

Gefolgt ist ein wirklich hervorragender Abend im Borgo Colmello  in Farra d’Isonzo. Die Zimmer sind einfach und funktional, aber das Essen sensationell. Regionale Küche und Wein auf einem hervorragenden Niveau! Wir haben es genossen, A. und ich. Sinnig. Einig.

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Weiter ging es auf dem Weg nach Triest mit einen Schlenker über den Karst zum Weingut Zidarich, das uns die schönste Weinverkostung dieses Urlaubes beschert hat. Aber auch der Weg dorthin war einzigartig, da wir wild bergauf und bergab durch den Karst entlang der Grenze gestrampelt sind. Fotos habe ich keine, da wir zu spät dran waren und wir uns im Wald auch verfahren hatten. Da hat A. schon Druck gemacht… der Wein wartet.

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Beim Heurigen

Ja, abgestrampelt, ausgehungert und durstig  sind wir bzw. ich (?) dann bei den Zidarichs angekommen und auf einer tollen Terrasse mit Blick aufs Meer und über den Wein belohnt worden. Diese hervorragenden Orangeweine haben uns außerordentlich glücklich gemacht und eine Flasche wird wohl morgen in Wien getrunken werden.

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Ausg’steckt ist! Danach haben wir uns noch eine ordentlich Jause beim Heurigen im Ort gegönnt. Lustig & geschmacklich sehr gut! Bereits mittags saßen hier die Einheimischen und haben den Sommer genossen. Sehr unterhaltsam so ein Heurigenbetrieb in Italien!

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Ausblick vom Heurigen in Prosecco

Auch im nächsten Ort Prosecco haben wir noch einen Heurigen mit Traumausblick aufs Meer genossen. Einfach den Buschen suchen, nachfahren bzw. schieben, weil die Gassen so eng sind, dass wir mit unseren Rädern gar bis ans Ziel gelangen konnten.

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Einfahrt nach Triest

Die Einfahrt mit dem Rad von Prosecco nach Triest war beeindruckend. Bis in die Altstadt zu unserem Hotel All’Arco sind wir gefahren, das uns auch sehr gut gefallen hat. Wir waren im 3. Stock mit Blick auf den Bogen, was für Früh.Schläfer nicht wirklich geeignet ist, da die Altstadt vorm Bett liegt.

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Eataly – Ausblick vom Café

Beim Spaziergang haben wir das neue, riesige Eataly entdeckt. Kaum zu glauben, dass es einen so luxuriösen Supermarkt in Italien gibt. Der Ausblick im Café ist sensationell und die Auswahl repräsentiert auch die Crème de la Crème an Produkten und Weinen aus Italien. Auf jeden Fall für einen Aperitif und Einkauf geeignet.

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In Triest wollten wir so richtig fein essen und sind durch Zufall in der Trattoria „Ai Fiori“ gelandet, die einen hübschen Gastgarten, eine gute Weinauswahl, tolle Muscheln, einen abschreckenden Gastraum und ein freundliches, aber überfordertes Personal hat. Oder einfach italienisch organisiert. Wir hatte aber einen guten Abend dort.

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Am nächsten Tag hat bereits das Meer nach uns gerufen und die Schlussetappe nach Piran hat auf uns gewartet. Daher wollten wir los, raus aus der Stadt… was gar nicht so einfach war. Auf dem „Radweg der Gesundheit & Freundschaft“ in die Berge, dann bergab, wieder bergauf, wieder bergab… bis es wir uns beide für die flachere Meeretappe entschieden haben.

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Piran

Und dann kamen unsere Tage in einer „furchtbar“ romantischen, kleinen Wohnung, der Hisa 7, die uns um ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit zurückversetzt hatte. In diesen Tagen haben wir den Müßiggang perfektioniert und haben zwischen Liege, Sprung ins Meer, lesen im Buch, Kaffee, Aperitif und Essen hin und hergewechselt. Mein Lieblingsrestaurant bleibt in Piran das Pri Mari – simple, aber gut Küche zu fairen Preisen.

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Pri Mari

An unserem letzten Tag war ich schon morgens nervös, denn die Zugfahrt von Koper nach Laibach war vor 5 Jahren eine Herausforderung gewesen, da es damals zu wenig Stellplätze gab. Dieses Jahr gab es gleich gar keinen Zug, dafür Schienenersatzverkehr, was schlussendlich viel besser als der Zug war. Schneller und direkt – wie ein Shuttle der Tour de France. So haben wir uns es zumindest gedacht.

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Das Flair Laibachs im Sommer ist einfach großartig. Zumindest kenne ich es nur im Sommer und da ist es voll mit nationalen und internationalen Touristen, die entlang der Ljubljanica das Leben genießen.

Natürlich waren wir auch hier essen und wollten das beste Restaurant der Stadt testen. Ausgehungert haben wir aber zuerst einmal eine g’schmackige Klobasa im Klobasarna mit einem kühlen Bier genossen. Die Wurst hat uns wirklich gut geschmeckt und auch das Konzept des kleinen Imbisses hat uns gefallen.

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Laibach

JB war ein würdiger Abschluss für unseren letzten Abend, aber ein Spur zu französisch für mich. Als Kontrastprogramm hat es vor der langen Zugfahrt am nächsten Tag noch mal Faschiertes mit frischen Zwiebeln in Grillform bei „Das ist Valter“ gegeben. Dazwischen gab es Wein, da Laibach ein paar Bars hat, die heimischen Wein auch offen ausschenken.

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Baba Laibach!

Vor Laibach gibt es wieder einen Direktzug mit Fahrradmitnahme nach Wien. Wir hatten also einen wirklich würdiger Abschluss in Laibach für unsere tolle Fahrradreise 2017.

Zusammenfassung: 
Start: Salzburg – Alpe Adria Radweg und Parenzana
Ende: Piran – Zug von Koper nach Laibach und Zug von Laibach
einfache Radstrecke, auch für untrainierte Menschen geeignet

 

 

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