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13 Tage Kap Verde

Cabo Verde ist ein reiches Land. Reich an Musikern, an Poeten, an transnationaler Lebenserfahrung und Toleranz im Umgang mit Fremden. Reich an faszinierenden Landschaften, an Bergen und Schluchten, Wüsten und grönen Tälern, weiten Stränden und kleinen Buchten. Auf und unter dem Meer setzt sich der Reiz des kleinen Landes ins Unendliche fort.“ in diesen Worten erklären die beiden Autoren Pitt Reitmaier und Lucete Fortes in ihrem Reiseführer Cabo Verde ihre Liebe an die kapverdischen Inseln. Dieser Reiseführer ist ein wunderbares Kompendium für individuelles Reisen auf der Inselgruppe und außerdem teilen wir ihre Liebeserklärung und schmöckern immer wieder in ihrem Buch.

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Hier liegt Kap Verde! Auf der Höhe von Senegal, mitten im Atlantik

13 Tage Kap Verde bräuchten eigentlich gleich mehrere Blog-Einträge… aber letztes Jahr habe ich einen zweiten Beitrag versprochen und daraus ist dann nichts mehr geworden. Neue Reisen und keine Zeit. Daher habe ich dieses Mal versucht, einen Beitrag über alles zu machen, war aber am Ende unzufrieden damit. Daher gibt es jetzt doch wieder ein Versprechen: es kommt noch ein Beitrag über Essen auf Kap Verde! Vorerst aber einem Spaß beim Gusto holen…

ALSO: Auch A. und ich sind Kap Verde irgendwie erlegen und daher haben wir dieses Jahr wieder wunderbare Tage auf insgesamt 3 der 9 bewohnten Inseln verbracht.

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Strand von Santa Maria

Ich will euch keine langen Zähne mit Fotos von langen weißen Stränden machen, denn die kennt ja ohnehin jeder. Nein, dieses Mal möchte ich gerne die Vielfalt der Inseln und so richtig Lust auf eine Reise nach Kap Verde machen. 😉

(c) Bianca Gusenbauer (15)

Fischmarkt in Mindelo

Gelandet sind wir dieses Mal auf der Touristen-Insel Sal, wo es tatsächlich ewig lange weiße Sandstrände, türkisblaues Meer, Hotelanlagen, aber keine Musik-Beschallung oder extrem geschmacklose Infrastruktur gibt. Dort haben wir uns ausgeruht und sind nach 2 Nächten auch schon auf die Musik-Insel Sao Vicente weitergeflogen, von wo wir die Fähre zu unserem insgeheimen Ziel Santo Antao genommen haben.

(c) Bianca Gusenbauer (14)

Treiben in Mindelo

Gesprochen werden hier viele Sprachen: Kreolisch, Portugiesisch und auch viel Französisch, das in der Schule unterrichtet wird. Natürlich auch Englisch und eher selten Deutsch.

(c) Bianca Gusenbauer (16)

Fischmarkt in Mindelo

Mindelo ist die Musikhauptstadt des Landes, da Nationalstolz Cesária Evora hier gelebt hat, die international als Musikerin sehr erfolgreich war. Täglich gute kapverdianische Live-Musik wird daher hier abends in den Bars und Restaurants geboten. Ansonsten ist die Stadt geprägt von einem hübschen Kolonialstil und die Geschichte über die Entwicklung der Stadt ist wirklich spannend.

Tipp: wir sind Fans von Mayra Andrade, die letztes Jahr auch im Konzerthaus in Wien aufgetreten ist.

 

Eine Überfahrt mit Fähre auf Santo Antao, der Wanderinsel von Kap Verde, verhindert, dass es hier Massentourismus gibt, da die Überfahrt durchaus auch wild sein kann.

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Stürmische Überfahrt. Plastiksackerln für den Notfall werden an alle Passagiere ausgeteilt

Wir haben unser Lager auf Santo Antao in Ponta do Sol aufgeschlagen, einem Ort, der sich in den letzten Jahren für Touristen sehr gemausert hat.

(c) Bianca Gusenbauer (10)

Abendstimmung in Ponta do Sol

Es gibt feine kleine Restaurants, Bars und eben auch viel Musik am Abend.

(c) Bianca Gusenbauer (9)

Fischerbote in Ponta do Sol

Von hier aus haben wir unsere Wanderungen gestartet, die wir alleine ohne Guide gegangen sind. Dafür hatten wir den Rother Wanderführer mit, der gute Routen mit genauen Beschreibungen liefert.

(c) Bianca Gusenbauer (24)

ein Blick auf Fontainhas

Unsere erste Wanderung war ein wunderschöner, steiler und teilweise fordernder Weg entlang der Küste bis zu einem kleinen Fischerdorf, wo wir ausgehungert die besten Nudeln mit frischem Koriander während unserer Reise gegessen haben. 😉

(c) Bianca Gusenbauer (25)

gute, aber steile Steinwege verbinden die kleine Orte, die nur zu Fuß erreicht werden können

Eigentlich möchte man ständig Fotos machen, denn die Atmosphäre entlang der Küstendörfer, in die es nur Pfade gibt und die steil angelegten Terrassen mit der Gischt des Atlantiks auf der anderen Seite, sind einfach beeindruckend.

(c) Bianca Gusenbauer (26)

ein Blick zurück…

Bevor man allerdings Ponta do Sol endgültig in Richtung Cruzinha verlässt, trifft man am Rande des Ortes auf den Schweinestall. Die Lage, die Organisation und der Blick zurück auf Ponta do Sol sind einfach irgendwie speziell, oder?

(c) Bianca Gusenbauer (21)

Schweineställe am Ortsrand

Von Cruzinha sind wir noch ein bisschen weiter gewandert, haben im hübschen Ort am Marktplatz noch einen Grogue getrunken, bevor wir mit dem Taxi die vorbeiziehende Landschaft wieder genossen haben.

(c) Bianca Gusenbauer (29)

Blick zurück auf Cruzinha

Am nächsten Tag waren wir top motiviert, denn das sind wir mit einem Abstecher auf den Pico da Cruz ins Paradies gewandert: Paúl Tal.

(c) Bianca Gusenbauer (31)

Blick ins Tal, am Weg zum Pico da Cruz

Zuvor haben wir also noch Pico da Cruz bestiegen und über den Cova Crater, einer fruchtbaren Kraterebene sind wir ins paradiesische Paúl Tal abgestiegen, wo wir ein klares Ziel vor Augen hatten: Einkehr beim österreichischen Aussteiger Alfred Mandl, der gemeinsam mit seiner Frau eine delikate Jause und eine große Auswahl von hausgemachten, geschmacksintensiven Zuckerrohrschnaps (Grogue) in einem kleinen Ort anbietet.

(c) Bianca Gusenbauer (32)

ein Abstieg steht uns bevor

Der Weg ist das Ziel. Auch wenn wir die Jause schon vor Augen  hatte, staunten wir über die Landschaft, die geprägt ist von kleinstrukturierten Plantagen, die in endlosen kleinen Terrassen angelegt sind.

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traditionelle Häuser am Weg

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Jause bei den Mandls

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glücklicher A. bei der Jause

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Kaffee

Mandls Jausenstation war aber nur der Zwischenstopp und wir hatten für eine Nacht eine Hütte in der Eco-Lodge Aldeia Manga gebucht, von der wir restlos begeistert waren.

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eine Bananenstaude und ein staunender A.

Kaum zu finden war die Unterkunft, da es kein Straßenschild gab, aber zum Glück hatte uns Frau Mandel den Weg gut beschrieben und nach gefühlten Stunden bzw. 30 Minuten kamen wir im Höhepunkt unserer Reise an: ein Paradies im Paradies.

(c) Bianca Gusenbauer (39)

auf einer Ebene ein kleiner Teich umgeben von Liegestühlen und Mangobäumen, unter uns das Paul Tal und gegenüber die beeindruckende Bergwand

Endlich mal keine Einweg-Wasserflaschen zum Geldverdienen und die ganze Anlage inkl. Essen wirklich gut durchdacht und sympathisch!

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unsere Unterkunft für eine Nacht

Die kleinen Spatzen auf Kap Verde können ziemlich frech und lästig sein. NIE, aber wirklich nie sollte man Essen unbeaufsichtig stehen lassen. Daher wird auch das Frühstück mit einem Tischtuch zugedeckt… und von A. seelig abgedeckt!

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A. deckt das Frühstück ab, das vor den kleinen frechen Spatzen geschützt werden muss

Im Paúl-Tal kann man gut und lange wandern: Immer wieder beeindruckt von der Vielfalt der Natur. Der Anbau des Zuckerrohrs ist wichtig, manchmal sieht man die Ernte des Tages am Weg oder hört auch die Pressen.

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Zuckerrohrernte

Eine besonders schweißtreibende Wanderung haben wir im Tal Cha de Pedras bis Coculi unternommen, die aber gerade beim Anstieg besonders beeindruckend war und da Sonntag war, die Leute auch vor den Häusern anzutreffen waren.

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Zuckerrohrschnaps

Auch hier wurden in steil angelegten Terrassen unterschiedliche Pflanzen kultiviert. Mais, Zuckerrohrschnaps, Bananen etc.

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A. mit Esel, die unterwegs auf Einsatz warten

Der Aufstieg war wirklich schweißtreibend und die Einheimischen benützen Esel und Pferde als Lastentiere.

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ein bisserl eine mystische Stimmung ganz oben

Knapp 8 Stunden waren wir an diesem Tag unterwegs und konnten am Ende kaum ein Taxi für die Rückfahrt finden. Denn auch hier ist ein Sonntag eben ein Sonntag.

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zufrieden! Kühles Bier in der Bar und dann ein Taxi

Als ich zufällig ein Taxi bei einer kleinen Bar stehen sah, hatten wir doppelt Glück: ein kühles Bier und einen sympathischen Taxifahrer direkt zurück nach Ponta do Sol, wo der Sonnenuntergang mit einer Flache Weißwein Cha do Fogo schon auf uns wartete.

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beim Abstieg hoch über den Wolken

In Ponta do Sol sitzen genau bei Sonnenuntergang die Männer schon auf ihren kleinen Hockern und spielen konzentriert ein paar Runden Ouril spielen. Nach Ponta do Sol lässt sich wirklich gut heimkehren!

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Volle Konzentration: Ouril spielende Männer in Ponta do Sol

Glücklich wieder „zu Hause“ zu sein, haben wir auch die letzten Sonnenstrahlen an unserem letzten Abend in Ponta do Sol ordentlich genossen, bevor am nächsten Tag die Wehmut einsetzte.

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Glücklich nach einem schönen Wandertag!

Wehmütig sind wir also von Ponta do Sol wieder mit der Fähre nach Mindelo gefahren, obwohl wir dann dort auch eine gute Nacht mit Musik hatten und noch ein paar Strand-Traum-Tage in Santa Maria auf Sal gefolgt sind. Und genau werde ich dann im nächsten Beitrag weiter berichten… also stay tuned mit ein bisserl Geduld! 😉

(c) Bianca Gusenbauer (11)

Abreise: Wehmut in A.s Geschicht…

Die Fähre und die zubringenden öffentlichen Alugers sind gut organisiert und alles läuft wie am Schnürchen. Ja, die Alugers sind so eine andere Geschichte… die A. und ich gerne mögen. (c) Bianca Gusenbauer (12)Eine Musiknacht in Mindelo und schon ist es mit dem Flieger weiter nach Sal gegangen. Auch wenn es auf Sal im Vergleich zu Santo Antao massenhaft Touristen gibt, findet man auch hier am Strand noch seine Ruhe.

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unsere letzten Sonnentage auf Sal – Santa Maria

Lust auf Urlaub und Kap Verde bekommen? Ich ja… Sodade… Sehnsucht! Wenn ich es auf den Punkt bringen muss, warum ich so begeistert vom Kap Verde bin, dann ist es wohl die Kombination aus Wildheit und Feinheit gleichzeitig. Wilde Bilder, wilde Landschaften, feine Menschen und schöne Landschaften!

Daher war es bestimmt nicht meine letzte Reise auf Kap Verde, aber jetzt heißt es mal wieder eine Beziehung zu meinem neuen Rad aufbauen, um damit in Europa kulinarisch und landschaftlich Spannendes zu entdecken.

In diesem Sinne: Wie versprochen, mehr übers Essen auf Kap Verde in Kürze 🙂

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