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Schweden. Fika und Kulinarik in der Jurte und im Schloss.

Im ersten Halbjahr 2017 war ich stetig unterwegs und eine ganze Woche in Wien eher eine Seltenheit. Daher war ich zuerst einmal zögerlich, als ich eine Einladung für ein „Food Camp“ mit der Sterneköchin Titti Qvarnström  bekommen habe. Die „Warnung“ im Programm: Schlafen im Wald, kein WIFI und kompostierbare Naturtoiletten. Hm. Das hat sich von meinem Schreibtisch in Wien so richtig gefährlich und gleichzeitig aufregend angehört. 😉 A. hat gesagt: „Flieg doch einfach!“ und dann war ich auch schon dort. Aufgeregt, wer, wo mit mir sein wird. Im Wald. 

Mein Hotelzimmer in Wald

Das Camp wurde in Südschweden in der Region Schonen von den einem Team rund um Titti und Lotta organisiert. Frauen-Power pur. Titti ist übrigens die erste Köchin Schwedens, die einen Michelin Stern bekommen hat. Aber noch viel wichtiger ist, dass beide Frauen wirklich sympathisch sind!

Don’t be confused: Zum Camp gibt es noch nicht viel online zu finden, denn wir waren die erste Testgruppe für dieses kulinarische Projekt.

Titti & Lotta – the Masterminds

Daher gibt es auch mehr Fotos, als Text, denn das Programm wird sich sicherlich noch ein bisschen ändern. Apropos, die stimmungsvollen Fotos stammen alle von Torbjörn Lagerwall.

Fika im Wald

Das Camp hat einer ordentlichen Fika im Wald gestartet. 10 TeilnehmerInnen waren wir, die ständig von einem mindestens halb so großem Team umsorgt wurde. Die Szenerie war pittoresk und daher viel klick, klick bei den Anwesenden. Aber vom Essen haben wir uns trotzdem nicht abhalten lassen.

Unser Esszimmer im Wald

Ja, Fika war uns allen zuvor kein Begriff. Aber nach diesem Camp haben wir ein gutes Bild von dieser sozialen Kaffeepause in Schweden bekommen. Fika mehrmals am Tag. Vor dem Essen, nach dem Essen, egal. It’s always Fika-Time!

unser Food-Team

Aber natürlich ist es nicht nur um Fika und ums Essen, sondern auch ums Kochen gegangen. Daher wurden die Feuerstellen im Wald angeworfen und ein mehrgängiges Menü im Wald gezaubert. Ungewohnt war natürlich das Kochen und Hantieren mit offenen Feuer, aber toll und ordentlich rauchig.

Fisch gegart im Erdloch

Mit ziemlich viel Respekt und ahnungslos sind wir Stadtpflanzen mit dem Feuer gewesen und der Rauch hat sich in allen unseren Poren, Haaren und Kleidungsstücken festgesetzt.

Teewasser für unsere Fika

4 Tage waren wir also gemeinsam in diesem Camp und es war auch das erste in dieser Form für mich. Ganz ehrlich: es war eine tolle Erfahrung, besonders der Wald und unser Waldhotel inkl. Feuerstellen. Raus aus dem gewohnten Bereich und die Ruhe ohne WIFI war sehr entspannend. Die Toiletten gewöhnungsbedürftig und 2 Tage ohne Duschen auch angenehm. Da bleibt mehr Zeit für Fika! 😉

Klick. Klick. – Lagebesprechung vorm Kochen in unserer Open-Air Küche

Nach diesen beiden Tagen sind wir in ein feines Schloss in einer sehr ruhigen Gegend übersiedelt. Warmwasser und Einzelzimmer inklusive. Und natürlich hat als Begrüßung eine eine Fika auf uns gewartet.

unser Schloss

unsere gedeckte Tafel im Schloss

Nach 2 Nächten im Wald haben wir noch 2 Nächte im Schloss ganz exklusiv genächtigt und uns an der Infrastruktur erfreut. Aber auch mit einem wehmütigen Auge, denn das Waldhotel – so ungewöhnlich es auch war – war nun mal wirklich eine besondere Erfahrung.

Kontakt mit Tieren

Von hier aus haben wir Bauern besucht und unsere Zutaten frisch geerntet bzw. geschlachtet. Ja, ein Huhn zu essen, das vorher direkt vor den eigenen Augen von Kollegen geschlachtet wurde, fühlt sich anders an, als wenn es anonym tot bereits im Kühlregal liegt. Für einige Teilnehmer eine Grenzerfahrung.

unser Huhn

Neben Fika hat sich ein Aroma durch das ganze Camp gezogen: Rhabarber! Es war gerade Saison und in Form von Saft ist er auch wunderbar erfrischend. Beim Bauern haben wir uns daher nach der Ernte auch den eigenen Saft gepresst.

Die Flasche habe ich mit ein bisserl Bauchweh im Koffer nach Wien mitgenommen. Jetzt steht sie als hübsches und positives Souvenir in meiner Wohnung. Trinken tue ich ihn nicht. Ich schaue ihn nur an und denke ans Camp zurück. Das ist noch viel besser, hält länger und macht gute Stimmung.

„Ja, Wahnsinn!“ denke ich mir dann immer beim Anblick des Rhabarber-Saftes. Wo ich dieses Jahr schon überall war! Im Wald in Südschweden und ganz elegant im Schloss. Ja, das Leben ist mit solchen kulinarischen Erfahrungen wirklich ein Hit! 😉

Im September wird übrigens das nächste Camp stattfinden und am besten bei Interesse einfach auf Facebook mal liken und darauf warten, dass die Teilnahme bald möglich ist.

Thanks to Titti, Lotta, Anna, Tjorbörn and the hosts and the team! It was an unforgettable experience to join this first edition of your food camp!

Pictures: (c) Tjorbjörn Lagerwall, Swedish Food Camp

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