Glosse & Posse, Hauptspeisen
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Meine Nudelmaschine ist 1 geworden! Und wir feiern mit.

Diese Woche ist meine Nudelmaschine 1 Jahr alt geworden.*) Ich habe sie letztes Jahr zum Geburtstag von Freunden geschenkt bekommt und was bietet sich daher an, wenn man gleichzeitig Geburtstag hat: natürlich gemeinsam zu feiern! Daher habe ich meine und die Freunde der Nudelmaschine in den Kochklub eingeladen.

Nach dem ganzen Trubel und Organisationsaufwand für die Buchpräsentationen der letzten Wochen habe ich versucht, den Organisationsaufwand so klein wie möglich zu halten. Am Vorabend habe ich meine Nudelmaschine sowie ausreichend Sprudel und Wein in meinen James gepackt und mir folgende drei Rezepte gesucht:

Türkische Manti mit Joghurt,
Polnische Pierogi mit Sauerkraut und
Ravioli mit Ziegenkäse.

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Begonnen hat der Abend mit einem Apertif, zu dem die Spanienexpertin Sylvia eine wirklich super Tortilla zubereitet hat. Vor Ort haben wir gleich noch ein paar Happen mit Ziegenkäse vorbereitet, Oliven ausgepackt und schon wurde die erste Sprudelflasche für unseren Geburtstag geöffnet.

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Die Gäste sind langsam mit Kochschürze eingetrudelt und waren über meine Speisenauswahl etwas überrascht, aber immer nur italienische Nudeln zu machen, langweilt mich. Seit Ewigkeiten, nämlich seit meinem ersten Besuch in Krakau, bei dem ich täglich Pierogi gegessen habe, wollte ich Pierogis mal selber ausprobieren. Knapp ein Jahrzehnt hat es also gedauert, dass ich endlich den richtigen Anlass dafür gefunden habe.

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Call me Kasnudel! Eigentlich folgen die Pierogis dem gleichen Prinzip wie die Kärntner Kasnudeln oder Ravioli, denn sie werden mit unterschiedlichen Füllungen fabriziert. Ich habe mich für Sauerkraut entschieden, da die türkischen Manti schon mit Fleisch gefüllt wurden. Der Teig für die Pierogi ist sehr geschmeidig geworden und die Pierogi-Gruppe kann wirklich stolz auf sich sein, denn die Teile haben wirklich toll ausgesehen und hervorragend geschmeckt.

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Keines der drei Rezepte, die ich aus anderen Kochbücher genommen habe, hat wirklich von der Menge und den Zubereitungsschritten gepasst. Interessant, wenn man selber gerade ein Kochbuch geschrieben hat und auch fast alle Anwesenden als Qualitätsköche/innen meines Kochbuches mitgewirkt haben und nun auf Fehler sensibilisiert sind. Wir haben nur den Kopf geschüttelt – wissend, dass die Qualitätssicherung in jedem Kochbuch durchgeführt werden sollte.

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Stellvertretend für die drei Speisen, hier also das Pierogi-Rezept. Aber auch die anderen beiden Speisen haben hervorragend geschmeckt!

Pierogi mit Sauerkraut

Zutaten für ca. 4-6 Portionen

Teig
300 g griffiges Mehl
1 Ei
½ TL Salz
1/8 – ¼ l Wasser

Füllung
80 g gewürfelter Speck (kann auch weggelassen werden)
100 g Zwiebel
400 g Sauerkraut

Sonstige Zutaten
2 EL Butter
1 Eiweiß
½ Bund Petersilie
Salz, Pfeffer
Sonnenblumenöl

Zubereitung

  1. Für den Nudelteig die trockenen Zutaten vermischen und das Wasser langsam zugießen, bis ein kompakter Teig entstanden ist. Der Teig soll nicht mehr auf der Arbeitsfläche kleben bleiben. Das Wasser also nicht auf einmal, sondern schön langsam zugießen.
  2. Wichtig: der Teig für die Nudelmaschine muss so „trocken“ sein, dass er nicht in der Maschine kleben bleibt. Wenn er zu klebrig ist, einfach noch Mehl dazu geben.
  3. Teig in eine Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank ca. 1 Stunde stehen lassen.
  4. Für die Fülle die Zwiebel fein hacken und in einer Pfanne mit 2 EL Öl goldig anbraten. Sauerkraut mit 100 ml Wasser darin ca. 15 Minuten köcheln lassen.
  5. Weichgekochtes Sauerkraut in einem Sieb abtropfen lassen und fein schneiden. Speck darunter mischen und pfeffern.
  6. Für die Pierogi den Teig sehr dünn ausrollen (ca. Stufe 7-8) und runde Kreise mit einem Durchmesser von 7 cm ausstechen. D.h. man beginnt beim Ausrollen mit einer sehr dicken Stufe (0) und wird immer dünner. Tipp: Wenn der Teig noch nicht geschmeidig genug ist, einfach zusammen klappen und nochmals durch die gleiche Stufe durchlaufen lassen.
  7. Die Ränder der Kreise mit Eiweiß bestreichen und ca. ½ EL Fülle in die Mitte eines jeden Kreises setzen und zu Halbmonden zusammen klappen und mit die Ränder fest zusammen drücken.
  8. Einen Topf mit Salzwasser erhitzen und die Pierogi Portionsweise einlegen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen und dann noch ca. 3-5 Minuten kochen lassen.
  9. Die fertigen Pierogis mit warm Wasser in einem Sieb abspülen und in eine Auflaufform mit 2 EL Butter geben und bei 100° im Backofen warmhalten. (Am Besten aber sofort servieren!)
  10. Petersilie hacken und die fertigen Pierogis mit Petersilie bestreut servieren.
fertige Pierogis

fertige Pierogis

*) Wie alt sie wirklich ist, weiß ich leider gar nicht. Alle ihre Stationen von der Produktion über Lager, Großhandel, Einzelhandel, bis sie zu mir gefunden hat, kenne ich nicht. Aber seit knapp mehr als einem Jahr haben wir zusammen gefunden und daher behaupte ich einfach, dass sie 1 geworden ist. Aber sie ist ohnehin ein klassisch zeitloses Modell.

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  1. Pingback: Theo, wir fahren nach Lodsch! | gib bianca futter!

  2. Niederlituische aus gekochten Kartoffeln
    (4 Portionen)

    Für den Teig;
    0,5 Liter gekochte zerdrückte Kartoffel
    1 Ei
    1 EL Speisestärke

    Für die Quarkfüllung
    1 Tasse Hüttenkäse
    1 Ei
    3 EL Butter
    1 EL Kümmel oder 1 TL Majoran oder Estragon oder Minze

    Mehl zum Panieren, Fett zum Braten

    Alle Teigzutaten gut vermengen, eventuell salzen. Füllungzutaten gut vermengen.
    Aus dem Teig ca. 0,5 cm dicke und etwa handgrosse Plätzchen machen, in die Mitte ca. 1 EL Füllung geben den Rand zudrücken und einen länglichen eher flachen Pfannkuchen formen. Die Pfannkuchen im Mehl panieren und im heissen Fett von beiden Seiten backen.
    Pfannkuchen mit Quarkfüllung werden mit zerlassener Butter beträufelt oder man reicht den tollen niederlitauischen Schmand-Dipp (ist bisschen zeitaufwändig, mehrmals vom Kaltwasser- zum Heißwasserbad zu wechseln und aufschlagen, aber sowas von lekcer, konnte schon etliche westeuropäische Feinschmecker bei diesem Dipp hinschmelzen sehen , dazu würde eigentlich auch ganz einfache heiße Pellkartoffel reichen) dazu.

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