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Mein bester Freund… entlang der Mosel, Saar & Elsass

„Mein bester Freund. Ob man es glaubt oder nicht: das war mein Fahrrad.“ sagte schon Henry Miller, der offensichtlich auch eine sehr enge Beziehung zu seinem Rad hatte. Soweit würde ich nicht gehen, aber tatsächlich lernt man den Charakter seines Rades bei so einer langen Strecke sehr gut kennen. Die nächste Etappe führt von Bernkastel-Kues  an der Mosel, über eine Weinverkostung beim Weingut Bernhard Kirsten nach Trier, über die Saar bis Straßburg und schließlich ins Elsass. 

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eine ungefähre Route, wo wir uns gerade befinden…

In Bernkastel-Kues haben wir im Doktor Weinstube gut genächtigt und mittelmäßig gefrühstückt. Der Ort ist ein kleines Museum in sich und alle Lokalen meinten  zu uns „Nein, das ist zu touristisch.“ Aber es war okay und das Foto von A. beim Frühstück gehört zu den liebsten meiner Reise, denn das Restaurant des Hotels war ganz traditionell eingerichtet.

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voll motiviert schon wieder für den neuen Tag: mein A.

Ja, was wird wohl der neue Tag bringen? Das weiß man beim Radfahren noch viel weniger und wir hatten die Mosel schon so lieb gewonnen und uns mit der Landschaft gut angefreundet, dass wir es fast bereuten, am selben Tag davon wieder Abschied zu nehmen.

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Sattes Grün & steile Lagen an der Mosel

Kurz nach Mittag waren wir noch zu einer Weinverkostung im Bio-Weingut Kirsten in Klüsserath verabredet, auf die wir auch schon sehr gespannt waren. Neuer Winzer, neue Chance…

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Inge von Geldern bzw. Frau Winzerin Kirsten

Auch hier….. wie soll ich sagen, wurden wir auch nicht enttäuscht, im Gegenteil! Tolle trockene Rieslinge, aber auch der Sauvignon Blanc machte große Freude. Das Herzstück und auch der von Geldern hat es uns aber so richtig angetan und neben einer Magnum-Flasche kam zum Glück vor 2 wochen auch die restliche Bestellung in Wien an.

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Toller Wein in schönen Gläsern

Bevor wir uns aber nach der intensiven Verkostung verabschieden konnten, bekamen wir als Wegzehrung noch eine Flasche Helden-Sekt mit auf den Weg. Das fanden wir so richtig nett! Danke nochmals!  Der Sekt wird im Haus produziert und verdient tatsächlich den Namen HELD! Feinste Perlage!

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Verkosten, probieren, bestellen….genießen! der Heldensekt

Der Sekt war für unsere beiden nächsten Nächte bestimmt, denn da waren wir in Trier in der Villa Hügel eingemietet. Beim Check-In wurde die Flasche sofort für uns kühl gestellt und erwartete uns am Tisch auf der Terrasse mit Blick über Trier. Eigentlich essen wir normalerweise nicht im Hotel, aber die Küche & das Service in der Villa Hügel sind einfach spitze und so verbrachten wir gleich beide Abende dort. Summa Summarum: wir waren vom Hotel wirklich begeistert!

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sehr tolle kreative europäische Küche! gefällt uns sehr!

Leider und oder zum Glück?! hatten wir während unserer 2 Nächte auch Regen in Trier und so mussten wir ruhen, die Stadt erkunden und auch einen kurzen Ausflug mit Zug nach Luxemburg machen. Durch die Porta Negra haben wir auch in die Stadt erreicht und dadurch war das Ankommen in Trier schon gefühlt was besonderes.  Ein toller Tag am Rad, fantastische Weine bei Kirsten und dann Trier… da waren wir einfach glücklich.

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mein Frank Sinatra… I am singing in the rain…

Die Zeit lässt sich aber auch bei leichtem Regen und gutem Gemüt in Luxemburg und Trier ganz gut vertrödeln, oder A.? 😉 Da uns die Buschen’s auch das Weinhaus in Trier empfohlen haben, gönnten wir uns auch dort aus der immensen Weinkarte einen kleinen Aperitif bevor wir wieder in unsere Villa sind. Das Weinhaus ist tatsächlich eine sehr gute Adresse, um einen Überblick über die Moselweine zu bekommen und das nächste Mal würden wir uns einen Tisch reservieren.

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ein Aperitif im Weinhaus

Am nächsten Tag hatten wir irgendwie Pech. Die Hoffnung stirbt zuletzt und jeden helleren Fleck haben wir als positives Zeichen zu interpretieren versucht. In die Radkleidung geschlüpft, Taschen gepackt und der Villa Hügel Adieu gewunken, haben wir uns bei dunklen Wolken in Richtung Saar gemacht. Knapp 500 Meter haben wir es geschafft, bevor es wirklich zu regnen begonnen hat. Aber wir hatten dann auch wieder Glück, denn ich fand mit meinem Rad Platz unter dem Dach des vietnamesischen Restaurants und Concept Store Yong Yong. Das war dann so richtig nett! 

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Ein Süppchen im yong yong… und ein Glaserl Wein

Es war kalt, gruselig mit dem Regen und wir irgendwie ratlos. Bis der Kellner & der Besitzer zu uns meinten, stellt euch doch näher unter das Dach und wollt ihr nicht einen Tee trinken? Und da schaute dann die Welt auch wieder besser aus. Nach dem Tee, gabe es Suppe & Wein und der Kellner verfolgte den Wetterradar für uns. Nach etwas mehr als 2 Stunden hatte der Regen sich beruhigt, ich 2 Gala-Ausgaben „gelesen“, wir waren wieder besserer Stimmung und wieder on the Road…

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entlang der Saar – A. in Tarnkleidung 😉

Die Saar ist bei Weitem nicht so befahren wie die Mosel, hat aber auch tolle Ecken und gute Weine zu bieten. Stellenweise war der Weg unbefestigt und so feucht sowie gatschig, dass ich das Rad mit den Gepäckstaschen schieben musste. Mit dem Fährhaus in Saarburg hatten wir am frühen Nachmittag auch einen guten Griff gemacht. Tolle Spaghetti & eine feine Weinauswahl. Essen am Nachmittag weiß man bei so einer Radtour zu schätzen… denn in „Fronkreich“ funktioniert das nicht immer so gut.

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super Gastgarten in Saarbrücken … da schmeckt das Bier!

Durch unsere verspätete Abfahrt mussten wir auch kurz mal von Mettlach den Zug nach Saarbrücken nehmen, da wir es zeitlich nicht mehr geschafft hätten. In Mettlach wird übrigens Villeroy & Boch produziert und dominiert mit den historischen Gebäuden sowie den Arbeitersiedlungen das Stadtbild. ABER gute Nachrichten, in Deutschland darf man außerhalb der Stoßzeiten das Rad gratis im Regionalzug mitnehmen! Eine tolle Entscheidung der Deutschen Bahn!

Nach Saarbrücken wäre ich wohl in meinem Leben nie gekommen, da es wirklich quasi außerhalb der Welt liegt. 😉 Die Geschichte der Stadt ist spannend, die Leute entspannt und der Gastgarten am Schloßplatz super lauschig! Ungeduscht und verschwitzt haben wir hier den Abend Nacht werden lassen.

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Saverne mit Sonne

Leider hat die Sonne und die Trockenheit nur 1 Tag angehalten und unsere erste Stadt in Frankreich mussten wir leider auch bei Regen kennenlernen. Der Radweg dorthin hat mich zum Nachdenken gebracht und nun weiß ich: mich machen Kanal- und Flußradwege mürbe und schlecht gelaunt! Armer A.! Der diesen Weg der Erkenntnis mitmachen musste. 😉 –> D.h. hier gibt es schöne flache Strecken für alle, die gerne eben flach fahren und den vielen Hausbooten winken möchten.

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hübsch, flach & gerade…

Aber nachdem wir nach 80 Kilometern völlig durchnässt waren (ich leicht grantig), schnappten wir uns auch hier von Sarrebourg den Zug nach Saverne! UND man höre & staune: auch hier dürfen Räder gratis transportiert werden!

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endlich wieder Sonne! vor dem EU Parlament

 

Nach Straßburg war die Hinfahrt von Saverne entlang des Marne-Kanals nicht sonderlich spannend, dafür hat uns die Stadt umso besser gefallen. Eine spannende Einfahrt aus dem Grünen in die Stadt, eine quirlige Altstadt und deftiges Essen!

Wir tauchten hier dann erstmal in die elsässische Hausmannskost im Fink’s Stüberl ein, wo die Portionen riesig sind und man sich eine Vorspeise genau überlegen sollte. In Straßburg hätten wir auch gut eine 2. Nacht bleiben können.

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Straßburg

Aber die Vogesen und der Wein haben auf uns gewartet und so sind wir am nächsten Tag, übrigens ein Samstag, aus der Stadt über einen wunderschönen Radweg entlang vom Canal de la Bruche bis Obernai gefahren. Mehr Abwechslung, näher an den Dörfern UND endlich Wein.

In Kirchheim fanden wir das offene Restaurant L’Abre Vert, wo wir uns auch über Leverknepfle – also Leberknödel – getraut und auch wirklich genossen haben. Ja, in Frankreich muss man sich gerade am Land immmmmmmer an die Essenszeiten haben. Ab 13.45 Uhr ist man zum Hungern verurteilt, daher betone ich gerne das Glück über offene Restaurants.

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simpel & deftig, aber gut! Leberknödel

Nach geschmalzenen Anstiegen durch Weingärten kamen wir leicht schockiert in Obernai an! Denn hier regiert der schlechte Geschmack. Ein wirklich hübscher Ort mit liebloser Gastronomie und zu vielen Touristen. Auweh!, dachten wir uns, als wir den ersten Schock bei einem Bier verdauten. Aber wir wurden versöhnt, das kann ich schon verraten, denn für den ersten Abend hatten wir uns einen Tisch im 1*-Lokal Le Bistro des Saveurs reserviert UND das war rückblickend der herausstechendste kulinarische Abend in Frankreich während dieser Reise! Unbedingt ausprobieren und vielleicht nicht direkt in Obernai schlafen, sondern z.B. bei L’Ami Fritz.

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die besten Gurken ever!

Simple regionale Zutaten toll inszeniert! Alle, die auf unterhaltsame und tolle Spitzenküche stehen: A MUST!

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ein Kompendium: die Weinkarte

Ja, puh.. die Weinauswahl ist uns wirklich schwer gefallen, da wir viele interessante Namen in dem dicken Weinbuch fanden, aber diese Flasche ist es zu Beginn mal geworden. Danach habe ich nicht mehr fotografiert, sondern A. schöne Augen gemacht.

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kein Trüffel, sondern einfach nur gut inszeniert

Wir haben uns einfach mit einem Menü überraschen lassen! Das war auch die beste Wahl für dieses Restaurant, wo man ohne Reservierung keine Platz bekommt.

Das Restaurant befindet sich in einem alten Fachwerkbau und hat ein tolles Ambiente. Auch wenn ich auf diesem Bild schon ein bisserl hinüber wirke, so ist es bloß das schlechte Licht. 😉 Nachdem wir beide so begeistert waren vom Menü, haben wir nämlich auch die Chance noch genützt, mit dem Chefkoch ein Erinnerungsfoto zu machen. Merci! 

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Monsieur Chef!

Nachspeisen gab es gleich zwei und auch der Schnaps danach konnte am Völlegefühl nichts ändern… vielleicht beim nächsten Mal dann doch nur 7 anstelle von 9 Gängen 😉

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schau her! eine Augen- und Gaumenweide! eine der beiden Nachspeisen bevor die Kekse & die Schoki für den Kaffee kamen…

An diesem Abend hatten wir es zum Glück nicht mehr weit. Die Räder waren schon im Stall und wir konnten glücklich nach Hause wackeln und ins Bett fallen. Der Abend war genauso, wie wir uns Frankreich eben vorgestellt haben.

Was wir bis vor unserer Reise nicht gewussten, ist der Nationalstolz auf den Gugelhupf und die Bierbreze, die elsässisches kulinarisches Kulturgut sind!

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Der Kougelhopf aus Germteig mit Rosinen

Hier muss ich mich mal wieder verabschieden aus der Reise! Bald geht es weiter mit noch mehr Elsass & mit einem Zwischenstopp bei Tanja Grandits in Basel und Zürcher Wein. 🙂

 

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