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LL. Lust auf London!

Warum ich mich heute kasteie, wird man gleich sehen: 3 Tage in London auf kulinarischer Mission mit A., der sich bedingungslos und ebenso begeistert mit mir nach London aufgemacht hat, um neue Trends zu erspüren und besondere Aromen zu erleben. Danke, A.! Es hat mal wieder ganz viel Spaß gemacht und bei den Fotos bekomme ich wieder Hunger & Lust auf London mit dir… 

(c) Bianca Gusenbauer (10)

Unser Blick aus dem Hotelfenster

Aber bevor ich überhaupt von dieser Reise erzähle, muss ich weit in die Vergangenheit ausholen, da London einen besonderen Stellenwert bei mir hat. Denn mit 15 Jahren, also lange ist es her, bin ich einfach ins Reisebüro gegangen und habe für mich und eine Freundin auf Pump eine 1wöchige London-Reise gebucht. Nachdem das erste Geld von einem Gastrojob in den Ferien schon greifbar nahe war, sah ich darin kein Problem ungefragt und ohne Eltern mir eine Reise zu buchen. Why not? Erst als die Buchungsbestätigung per Post nach Hause geschickt wurde, durften meine Eltern auch von meiner bevorstehenden ersten großen Reise erfahren.

(c) Bianca Gusenbauer (9)

Entlang der Brick Lane

Also: Zwei Landpomeranzen in London, denn wir wussten einfach nichts: weder, dass wir einchecken müssen, noch wie die U-Bahn funktioniert, aber dafür hatten wir ein ordentliches Programm in London geplant und Whisky verkostet, hervorragend einmal pro Tag gegessen, indische Küche entdeckt und ganz ganz ganz viel dazu gelernt.

Das ist über 20 Jahre her und dennoch erinnere ich mich noch sehr genau an viele Erlebnisse. Dazwischen war ich zwar noch öfters in London, aber dieses Mal waren A. und ich stark fokussiert auf die Londoner Küche. Danke daher auch für alle Tipps und Hinweise!

(c) Bianca Gusenbauer (17)

Zu Gast bei Ottolenghi

Gestartet haben wir unser erstes Abendessen bei Ottolenghi, da ich nunmal ein großer Fan von ihm bin. Die Erwartungen waren daher groß und dann waren wir leider doch ein bisserl enttäuscht.

Worüber A. und ich zuerst sprachlos waren und im Nachhinein lachen mussten, war die Aussage einer Kellnerin, als die Vorspeisen serviert wurden und sie mit Referenz auf meine Kamera meinte „It tastes better than it looks!“ 

(c) Bianca Gusenbauer (18)

Die Vorspeise: Bohnen mit Nüssen

Aber sie irrte! Denn es schaut genauso gut aus, wie es schmeckt! Tatsächlich ist Ottolenghi ja wirklich bei der simplen Inszenierung seiner Speisen hochbegabt.

(c) Bianca Gusenbauer (16)

der perfekte Start in den Abend

Aber gestartet wurde mit einem toll gemixten Cocktail! Perfect. Der beste Cocktail seit einer Ewigkeit – mit einer Ausgewogenheit an Säure, Koriander und Fruchtigkeit.

Kaum war mein Drink serviert, kam aber auch die Kellnerin schon mit der Flasche Rotwein und nur wenige Minuten später auch schon die Vorspeisen, die im vorderen Raum auf großen Tellern und in Schüsseln fürs Service bereit stehen.

(c) Bianca Gusenbauer (12)

Die Vorspeisen im Eingangsbereich…

Viel zu schnell, hatten wir das Gefühl und auch zu viele Kellner/innen schwirrten um unseren Tisch herum. Nachdem hier jeder Tisch auch abends mindestens drei Mal verkauft wird, fühlten wir uns leicht gedrängt.

Dennoch schmeckte uns die Vorspeise mit gegrillten Melanzani und Bohnen: simply the best. Kein Schnickschnack, sondern knackiges Gemüse und volles Aroma. Auch beim Brot konnten wir uns über eine schöne Auswahl freuen.

(c) Bianca Gusenbauer (15)

Kleine Portionen zum Teilen – ein bisserl Lamm mit scharfer grüner Sauce… delikat!

Das Restaurant in Spittalsfield hat einige große Tische, an denen man gemeinsam speist.In London wird dieses Konzept in Vergleich zu Österreich anscheinend gut angenommen.  Wir hatten zum Glück 😉 einen 2er-Tisch, der bei den in die Mitte servierten Tellern eher zu klein wirkte.

(c) Bianca Gusenbauer (14)

Der Guiness chooclate cake mit Bailey’s Creme

Jeder Gang für sich ein kleines Stöhnkonzert und am liebsten hätte ich einfach die Karte rauf und runter bestellt. Anstelle dessen habe ich mir aber einfach sein neues Kochbuch signiert mitgenommen 🙂

Trotz der schönen Gerichte, wurde der Besuch bei Ottolenghi leider zu keinem Erlebnis der Extraklasse. Warum? Wie sagt man so schön: zu viele Köche verderben den Brei und so ist es auch auf das Service umzulegen. Denn kaum hatte ich den letzten Schluck von meinem Cocktail getrunken, wurde mir das Glas weggezogen. Kaum war A. im Begriff sein Besteck hinzulegen, stand schon ein Kellner zum Abservieren bereit. Und so hat es sich bis zum Schluß fortgesetzt…

(c) Bianca Gusenbauer (13)

Auch die Nachspeisen warten im Eingangsbereich für den Abtransport. Eine Augenweide mit negativen Auswirkungen auf die Service-Geschwindigkeit

In der Ruhe liegt die Kraft! hätte ich ihnen am liebsten zugerufen, denn in so einem Ambiente möchte man Ankommen und nicht von Beginn weg  auf das Ende zusteuern. Der Beigeschmack des „Abgefertigtwerdens“ haben wir bei diesem Besuch nicht los bekommen.

Natürlich ist es wahnsinnig effizient und optimal für ein Fast Food Restaurant, einen Großteil der ohnehin überschauberen Speisekarte bereits im Auslagenformat präsentiert und abholbereit zu haben, aber in ein schönes Restaurant bringt es eine viel zu hohe Service-Geschwindigkeit.

(c) Bianca Gusenbauer (7)

Am Borough Food Market haben wir uns genau das Gegenteil erwartet: schnelle Straßenküche. Aber nix da! Hier wurden mit viel Liebe und Genauigkeit sowohl unsere thailändischen Pancakes, genauso wie unser Frühstücks-Burger zubereitet. Hungrig sollte mal lieber nicht sein. 😉

(c) Bianca Gusenbauer (6)

Der Slow-Burger am Borough Market

Nein, so schlimm war es nicht, aber wir waren in der Früh extrem ausgehungert und gleichzeitig kitzelten die besten Aromen in der Nase, so dass wir nur mit viel Ungeduld dem Werdungsprozess zusehen konnten.

(c) Bianca Gusenbauer (20)

der Klassiker! muss einfach sein und ist hohe Frittierkunst

Selbst der Klassiker: Fish & Chips hat so seine Zeit gedauert und bei den kühlen Temperaturen ist die Wartezeit durchaus schon eine Herausforderung.

Übrigens Temperatur: hier unterscheiden wir uns von den Engländern nun wirklich extrem. Ist es genetisch oder anerzogen, diese Ignoranz der Kühle gegenüber? fragten wir uns. Wir frierend mit Haube und Winterjacke, unser Gegenüber bauchfrei und generell leicht bekleidet. Habt ihr eine Erklärung dafür?

(c) Bianca Gusenbauer (19)

Auch wenn es nicht wirklich viel Wärmer drinnen ist, im tollen Käseladen mit einer hervorragenden Auswahl an englischen Käsen sollte man auf alle Fälle vorbeischauen und ein, zwei, drei… Stücke kaufen, auch wenn es die Tasche ver“stinkt“

Gleich in der Nähe von der Borough Market Hall befindet sich ein wunderbarer Käseladen „Neals Yard Dairy„. Schon beim Reingehen besticht der Duft. Alle Käselieber & innen müssen einfach dort gewesen sein und sich durch die wunderbare Rohmilchkäseauswahl aus England und Irland gekostet haben.

(c) Bianca Gusenbauer (1)

Käse als Kunst

Wir konnten einfach nicht widerstehen und haben uns ein paar Kostproben gekauft, die sich in A.s Tasche dufttechnisch so richtig schön breit gemacht haben und ihn in jedem geschlossenen Raum ein bißchen rot werden haben lassen.

(c) Bianca Gusenbauer (4)

Jumi-Käse wie wir ihn lieben und kennen

Auch bei Jumi am Markt haben wir direkt noch vorbei geschaut und das Käseparadies genossen. Am Borough Market steht man einfach wirklich vor der Qual der Wahl, selbst wenn man hungrig hin kommt.

Meine Schwester hat mich vorher gerade angerufen und gefragt, was wir außer essen denn sonst noch gemacht haben. Was für eine Frage? Verdauungsspaziergänge natürlich! 😉 Um für das nächste kulinarische Date bereit zu sein. Mehr daher in Kürze!

(c) Bianca Gusenbauer (3)

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5 Kommentare

  1. Susanne Gazor sagt

    ..ja..und Œdas nächste kulinarische Date¹ ist ja zum Glück schon am Donnerstag…und so wie ich sehe, mit viel neuer Inspiration 🙂 – ICH bin jedenfalls schon bereit, wenn es heißt: ³..würz Dich um die Welt..² 😉

    Freu mich schon darauf ­ liebe Bianca !!

    Liebe Grüße

    Susi

    Am 23.11.15 21:43 schrieb „Gib Bianca Futter!“ unter

    • Ui, da freue ich mich schon! habe dich schon vorletzte Woche vermisst!!!!
      Freu mich auf Donnerstag! Juhheeee!
      Schönen Abend, meine Liebe! Ich packe jetzt mal meinen Koffer und das neue Kochbuch aus. 🙂

  2. Servus Bianca!
    In drei Wochen isses bei uns soweit und wir statten der britischen Metropole einen Besuch ab. *GROSSE VORFREUDE HERRSCHT!*
    Hast Du außer dem Ottolenghi noch ein Restaurant besucht? Wir sind am sondieren, wo wir an einem bestimmten Abend hingehen sollen und da dachte ich an Dich und Deinen letzten Post. 🙂
    Danke Dir im Vornhinhein!
    Wolfi

    • Hello Wolfi, shame on me… ich bin nie wieder zum Schreiben gekommen! Ja, Ottolenghi war super – service naja… aber schon ein tolles Erlebnis! UNBEDINGT Bull & Last und Mission e2! 🙂 St. John Bread & Wine! 🙂 Enjoy! Bianca

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